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Leben mit Talenten

19.10.2011 | 17:24 |  Harry Gatterer (DiePresse.com)

Unternehmen planen oft noch karriereorientiert. Aber selten talentorientiert.

Wer heute im Arbeitsprozess steht, kann sich auf das einmal Gelernte nicht mehr ausruhen. Es geht um immer wieder lernen und entlernen, um verstehen und vergessen. Wenn auch letzteres immer schwerer fällt. Aber was, muss man sich fragen, ist dann heute und in Zukunft die Konstante im Leben eines arbeitenden Menschen; eines Wissens- oder gar Kreativarbeiters?

Da wäre zum Beispiel die konsequente Ausrichtung am eigenen Talent. Unabhängig davon, welchen Beruf man gerade ausübt, gilt es vor allem sich selbst zu verstehen und zu wissen, wo die eigenen Ecken und Kanten sind. Nicht nur weil Ecken und Kanten auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft sexy sind. Sondern weil wir uns daran reiben können, um an uns selbst zu wachsen.

Unternehmen planen oft noch karriereorientiert. Aber selten talentorientiert. Denn das wäre ja fast wie ein Paralleluniversum, in dem man statt nach Funktion und „Skills“ nach Lust und Laune trainiert. Das Ergebnis ist eine Kultur der „Slash-Slash-Generation“ die auf ihrer selbstgemachten Visitenkarte so etwas wie „SEO-Consultant/Synchronsprechern/DJ“ stehen hat. Die also nicht mehr nur in eine Richtung arbeiten sonder sich in Optionen entfalten um sich letztlich immer wieder selbst zu fragen: Und was nun? Wo es darum geht, in der Vielzahl diesen Funken des Talents zu testen, zu verbessern, zu exekutieren.

Dies passt in eine weiter Konstante im Arbeitsleben der Zukunft: Die Fähigkeit der Resilienz - dieses Wort ist abgeleitet von dem lateinsichen resilire (abprallen, zurückspringen). Die heutige Verwendung des Begriffs meint, auch in widrigen Umständen zurecht zu kommen. Wieder aufzustehen wenn man schon am Boden liegt. Zukunfts-Talente wissen, dass Karriere eben nicht mehr mit einer Leiter verglichen werden kann. Weshalb der Begriff Karriere, so sehr er auch gelernt ist, in einem Umfeld, das Resilienz erfordert, neu gedacht werden muss.

Menschen, die sich für die Zukunft rüsten wollen, brauchen viel Mut, auch in Abgründe zu blicken - nicht nur der Karriereleiter entlang nach oben. Sie müssen Pausen akzeptieren und lernen Ursachen auf den Grund zu gehen. Es geht um Wirksamkeit in einer Umgebung die viele klassische Regeln aus Kraft setzt. Selbstwirksamkeit, so nennt dies der Psychologe Albert Bandura. Er meint damit die Fähigkeit Wandlungsprozesse nicht nur „durchzustehen“, sondern diese als Ursache und Träger von Erfahrungen zu begreifen. „Aber dann wird Arbeit in Zukunft ganz anders?“ „Ja.“

Harry Gatterer ist Trendforscher, Geschäftsführer des Zukunftsinstitut Österreich und Experte für „New Living“.

2 Kommentare
Edgar_129
21.10.2011 11:20
0 0

Gatterer hat Recht...

... viele Unternehmen sind plan-los...
Margret_Fasan
21.10.2011 11:05
0 0

Resilienz hatte ich hier schon...

... Mal gelesen. Ist das jetzt in Mode?
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