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Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Nicht nicht können

10.11.2017 | 11:00 |  Von Michael Köttritsch (Die Presse)

Sprechblase Nr. 212. Warum wir uns gern ein bisschen drücken.

Paul Watzlawick trägt Schuld. Seit er publiziert hat, dass wir nicht nicht kommunizieren können, müssen wir es zwangsläufig tun. Meistens sagen wir dann doch etwas, obwohl wir gar nicht wollen. (Halbwissen, Missverständnisse und Gerüchte entstehen ja nicht von selbst, da müssen wir schon etwas beitragen.)

Oder wir schweigen und lassen uns verleugnen. Das hilft – zumindest kurzfristig. Das klingt dann – Achtung, Sprechblase – ungefähr so: „Der Kollege ist gerade in einer ,Besprechung‘.“ Ein Glück, dass Videotelefonie in der Praxis keine Rolle spielt: Denn genau wir sitzen im selben Moment direkt nebenan und gestikulieren eindringlich, den Anruf nur ja nicht weiterzuleiten.
Doch als Verleugnete sind wir doppelt dran: Wir werden sehen, dass wir mit dem Anrufer auf Dauer nicht nicht kommunizieren können. Und dem Kollegen schulden wir einen Gefallen.

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.


[NQEAP]

(Print-Ausgabe, 11.11.2017)

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