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Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Es lebe das Gegenteil

20.10.2017 | 10:32 |  von Michael Köttritsch (Die Presse)

Sprechblase Nr. 209. Warum „querdenken“ oft ganz schön lästig ist.

Nachwahlzeiten sind immer etwas quer: Quereinsteiger werden zu Ministern, bisherige Minister zu Queraussteigern – um anderswo erst wieder zu Quereinsteigern zu werden.

Anders als diese Ein- und Aussteiger scheinen (selbst ernannte) „Querdenker“ ständig Saison zu haben, und sie versäumen es auch selten, das Wort „unbequem“ vor ihre Quasiberufsbezeichnung zu stellen. Wie dramatisch. Doch mit quer ist es so eine Sache: Während querlegen, quertreiben und querulieren wenig Charme versprühen, steht querdenken hoch im Kurs. Könnte es sein, weil es für viele schwierig ist, geradeaus, linear zu denken?

Im Ernst: Lateral zu denken (es muss ja nicht „quer“ heißen) ist gut. Unter Umständen aber nicht ausreichend. Vielleicht sollten wir es eher mit dem Autor und Creative Director Paul Arden halten: Egal, was du denkst, denk das Gegenteil.


[NX9RO]

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.


[NQEAP]

(Print-Ausgabe, 21.10.2017)

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