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Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

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Ein Fall für die Rundablage

03.03.2017 | 12:01 |  Michael Köttritsch (Die Presse)

Sprechblase. Warum „schauen“ selten etwas Gutes bedeutet.

Man sollte sich vorsehen, wenn im Businesskontext das Wort schauen fällt. Es bedeutet selten etwas Gutes.

„Wir werden uns das jetzt noch ein bisserl anschauen“ heißt für Mitarbeiter, dass sie sich mit den Jobausschreibungen anderer Unternehmen genauer befassen sollten. Für Lieferanten, dass ihr Auftrag wohl nicht verlängert wird. Beide haben Glück, wenn sie nicht noch ein „Sie werden sich noch anschauen“ hören.

Vordergründig verbindlich klingt ein „Schauen Sie“, mit dem eine Antwort eingeleitet wird. Doch darauf folgt meist die mehr oder weniger höfliche Erklärung, wie unwissend der Fragesteller ist.
Wird ein Vorschlag mit einem „Schau' ma mal, dann seh'n wir eh“ kommentiert, besteht noch Hoffnung für die Umsetzung. Ein „Wir werden uns das anschauen“ bedeutet nichts anderes als: Für den Blödsinn haben wir sicher keine Zeit.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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