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Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Angenehmen Winterschlaf!

09.12.2016 | 08:00 |  Michael Köttritsch (Die Presse)

Warum „nach der Decke strecken“ Privatsache ist.

Da bemüht sich das Team, arbeitet unermüdlich, verausgabt sich und merkt dennoch: Wir sind zwar überzeugt, dass unser Ansatz stimmt, aber noch reichen all unsere Bemühungen nicht, um unser Ziel zu erreichen. Und dann spricht jemand – es muss ja nicht zwingend die Führungskraft sein – die Sprechblase „Wir müssen uns nach der Decke strecken“ aus.

Im Neubau mag das relativ einfach sein, im Altbau hingegen ist es schwieriger. Und warum nicht gleich auf eine Leiter steigen? Das würde Verrenkungen ersparen.

Es bleibt aber ein Rätsel, was an der Decke so besonders sein soll. Und überhaupt: Warum sollte man sich einerseits nach der Decke strecken, während andererseits die „gläserne Decke“ beklagt wird. Diese nämlich ist eine unüberwindbare Barriere und verhindert, in höhere Sphären aufzusteigen.

Es gibt folglich nur einen Ort, an dem es sinnvoll erscheint, sich nach der Decke zu strecken: im Bett. Dort ist es auch vernünftig, denn ausgeruht lassen sich Ziele einfacher erreichen. Und nur weil sich jemand nach der Decke streckt, muss er ja nicht gleich in einen Winterschlaf verfallen.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter der Ressorts "Management & Karriere" und "Arbeitswelten" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

(Print-Ausgabe, 10.12.2016)

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