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Richtig Dampf ablassen im Job

10.02.2012 | 11:01 |  Nikolaus Koller (Die Presse)

Emotionen am Arbeitsplatz? Nicht alles, was sauer aufstößt, sollte zum Thema werden.

Ärger, Enttäuschung, aber auch Freude aus ihrem Privatleben könne sie nur schwer beim Büroeingang abgeben, erklärt H. Auch emotionale Dinge, die im Office passieren, möchte sie dort thematisieren und nicht in sich hineinfressen. Aber haben Gefühle denn Platz am Arbeitsplatz, möchte die Berufseinsteigerin wissen. Auch wenn es schwerfällt: Wem privat etwas über die Leber gelaufen ist, sollte das nicht Kollegen, Vorgesetzte oder gar Kunden spüren lassen.

Das ist höchstgradig unprofessionell. Anders verhält es sich mit beruflichem Groll: Diesen „Job-Dampf“ kann man in der Kaffeeküche schon ablassen. Auch wem sich schon beim bloßen Anblick eines Kollegen die Zehennägel aufstellen, sollte das thematisieren. Beruflicher Gram darf nicht hinuntergeschluckt werden – das schlägt sich auf den Magen. Hier ist das Management gefordert: Nicht alles, was Mitarbeitern sauer aufstößt, muss zwangsläufig von der Führungskraft in Gesprächsrunden breitgetreten werden. Aber wer nicht bemerkt, dass seine Mitarbeiter – vielleicht sogar buchstäblich – mit Tränen in den Augen vor dem PC sitzen, der hat seinen Job verfehlt. Umgekehrt darf jeder seine Kollegen und das Team mit positiver Laune anstecken, wenn er ein Prickeln unter seiner Haut fühlt. Das gilt für Privates wie Berufliches – denn ohne Erfolg und Freude würde der Job bald schmecken wie eingeschlafene Füße.

Senden Sie Fragen und Probleme aus Ihrem Berufs- und Karriereleben an Nikolaus Koller. Er wird versuchen, Lösungen und Antworten anzubieten. Alle Nachrichten werden vertraulich behandelt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2012)

2 Kommentare
Margret_Fasan
12.02.2012 19:54
0 0

Meist ...

... herrscht aber dicke Luft. Manager kümmern sich kaum darum.
Edgar_129
26.02.2012 09:00
0 0

Re: Meist ...

Es hängt davon ab, wo sie arbeiten. Es gibt auch Lichtblicke unter den Managern...
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