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Europas Beste Arbeitgeber Mitarbeiterliebling

"Europas Beste Arbeitgeber": Mitarbeiterliebling Microsoft

22.06.2012 | 09:33 |  Jürgen Leidinger (Die Presse)

Great Place to Work: Der IT-Riese ist „Europas Bester Arbeitgeber“ bei Multinationals. Skandinavien zeigt sich stark, Ardex Österreich ist einziger heimischer Vertreter.

Äußerlich gibt es eine ganze Reihe von Faktoren, die darauf hindeuten, ob ein Arbeitgeber der richtige  sein könnte: mutmaßlich spannende Aufgaben etwa, ein bekanntes Traditionsunternehmen oder ein pulsierender Standort. Im Arbeitsalltag brauchen inkompetente Führungskräfte, team-unfähige Kollegen oder ein vergiftetes Umfeld selten länger als wenige Wochen, um all diese Vorteile verblassen zu lassen.

Ein Ansatz, der näher an die Realität führen soll, wird seit mehr als 20 Jahren vom amerikanischen „Great Place to Work Institute“ verfolgt: Unternehmen befragen gemeinsam mit dem Dienstleister die eigenen Mitarbeiter. Das bringt in jedem Fall Feedback über Stimmung, Arbeitsplatzkultur und Problemherde. Im Idealfall qualifiziert man sich durch ein besonders gutes Abschneiden für das veröffentlichte Ranking der „Besten Arbeitgeber“ – ein Siegel, mit dem sich Großkonzerne wie Google ebenso schmücken dürfen wie eine Reihe heimischer Unternehmen.

Seriensieger aus Seattle 

Auf europäischer Ebene wurden die diesjährigen Sieger am Dienstag in Berlin prämiert. Die Riege der multinationalen Konzerne führt hier einmal mehr Microsoft an.  Der US-Großkonzern trat heuer in 15 europäischen Ländern an. Hierzulande sicherte man sich bereits zum zweiten Mal in Folge den Titel „Österreichs Bester Arbeitgeber“ unter den Großunternehmen. Die Wertung der multinationalen Unternehmen entschied Microsoft seit 2008 jedes Mal für sich. In der multinationalen Top-10-Liste sind gleich sechs amerikanische Konzerne vertreten. Der IT-Pionier aus Seattle ist der einzige Top-Platzierte, der auch in Österreich an der Befragung teilgenommen hat.

Neben den US-Konzernen erweisen sich skandinavische Unternehmen als Musterschüler in Sachen Arbeitsplatzqualität. Unter den Top Ten der kleineren- und mittleren Unternehmen (50 bis 500 Mitarbeiter) stellen Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen gleich sechs Vertreter. Sieger ist hier das finnische IT-Unternehmen Futurice.

Stolze Österreicher

Einziges „rein“ österreichisches Unternehmen im gesamten Ranking ist die Ardex Baustoff Gmbh (Ardex stammt aus Deutschland) aus dem niederösterreichischen Loosdorf – heuer bereits als heimischer „bester Arbeitgeber“ in der mittleren Größenkategorie ausgezeichnet. „Die Tatsache, dass wir die einzigen Österreicher sind, macht uns natürlich sehr stolz“, sagt Brigitte Schlögel, Personalverantwortliche bei Ardex. „Vor vier Jahren waren wir aber schon einmal die Nummer 24. Die diesjährige Platzierung ist also auch ein Ansporn.“ Bei den Großunternehmen (mehr als 500 Mitarbeiter, aber nicht multinational vertreten) machte der italienische Verpackungshersteller Tetra Pack Packaging Solutions das Rennen.

„Alle Unternehmen, die als ,Great Place to Work Europe‘ ausgezeichnet wurde, haben wahrheitsbasierte Arbeitsplatzkulturen eingeführt, die nicht nur für Europa, sondern die ganze Welt den Standard setzen“, sagte José Tovoi jr., Vorstandschef von Great Place to Work im Rahmen des Galaabends. Das sei ein Beleg für die Führungsstärke innerhalb der Organisationen, unabhängig von Branche,  Größe oder Land.

Das komplette Ranking findet sich hier.

Great Place to Work Europe
Etwa 250.000 Mitarbeiter in über 1500 europäischen Organisationen haben dieses Jahr an der Befragung teilgenommen. Jene, die hier am besten weggekommen sind, wurden bereits in nationalen Rankings geehrt. Um sich für die multinationale Wertung zu qualifizieren, muss ein Arbeitgeber mindestens 1000 Personen beschäftigen, von denen 40 Prozent (oder mehr als 5000) außerhalb des Herkunftslands teilnehmen. Außerdem muss ein Multinational in mindestens drei nationalen Rankings vertreten sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2012)

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