Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren Artikel senden Senden
Bild: Pixabay 

"Manager sind Psychopathen"

03.05.2017 | 12:49 |  Charlotte Weber (DiePresse.com)

Was ergänzt Google, wenn man nach verschiedenen Berufsbezeichnungen und dem Wort "sind" sucht? Zumeist eine Beleidigung, wie Vergleich.org herausfand.

Manchmal scheint Google besser zu wissen, wonach man sucht, als man selbst. So schlägt die Suchmaschine meist schon nach dem ersten eingetippten Buchstaben vor, was eigentlich gemeint sein könnte. Doch was beeinflusst eigentlich, mit welchen Wörtern Google die Suchanfrage vervollständigen will?

Sowohl, was man bereits gesucht hat, als auch aktuelle Trends und Begriffe, nach denen andere Personen bevorzugt forschen, bestimmen die eigene Suche. Was verbindet Google also mit dem eigenen Job?
Das Verbrauchermagazin Vergleich.org hat getestet, was der Internet-Riese zu bestimmten Berufsbezeichnungen und dem Zusatz „sind“ ergänzt:

 

  • Mehr als die Hälfte der vervollständigten Begriffe sind beleidigend. „Dumm“ seien demnach nicht nur Bäcker, sondern auch Handwerker, Lkw-Fahrern, Erzieher und Krankenschwestern.
  • Die einzigen Komplimente unter den gesuchten Jobtiteln erhielten Wissenschaftler („sind ideale Sexualpartner“), Physiker („sind gute Eltern“), Gitarristen („sind toll“) und Maler („sind die fleißigsten Deutschen“).
  • Beamte, Kellner und Verkäufer ernten besonders viel Verständnis: Google vervollständigt die drei Berufsgruppen mit einem freundlichen „sind auch (nur) Menschen“.
  • Während der Großteil der Berufe beleidigt wird, versichert Google Flugbegleitern, „mehr als Saftschubser“ und Ergotherapeuten „keine Basteltanten“ zu sein.

Noch mehr Beispiele weiter unten.

Zitate und Medien prägen Ergänzungen

Um die Begriffe herauszufiltern, die mit dem eigenen Suchverhalten zusammenhängen, wertete das Vergleich.org-Team die Suchanfragen im Inkognito-Modus aus. Nicht immer ist nachvollziehbar, wie einzelne Vervollständigungen zustande kommen. Es sei überraschend, wie häufig Google zunächst beleidigend wird, betont Michelle Günter von Vergleich.org. Bei Anwälten, Politikern und Polizisten sei das zu erwarten, nicht aber bei Berufsgruppen wie Bäcker, Erzieher und Krankenschwester.

Mehrere Faktoren bestimmen, welche Begriffe Google vorschlägt. „Neben Suchhäufigkeit und Suchfreqeuenz der einzelnen Begriffe sind auch das eigene Suchverhalten und der Standort entscheidend", sagt Günter. Einige Vervollständigungen kämen auch durch berühmte Zitate oder Schlagzeilen zustande: Google nimmt an, dass Mathematiker „wie Franzosen“ sind, ein Vergleich, den einst Goethe zog. Den Vorschlag, dass Maler die „fleißigsten Deutschen“ seien, entnimmt die Suchmaschine hingegen einer Erkenntnis der Bild-Zeitung.

Damit Nutzer die gewünschten Information schneller finden, führte Google 2009 die Funktion „Google Suggest“ ein und bestimmt seitdem neben den gegebenen Antworten auch die Fragestellungen maßgeblich mit.

Weitere schräge Suchvorschäge

  • Techniker sind die Kamele
  • Landwirte sind echte Hechte
  • Krankenpfleger sind schwul
  • Gärtner sind die einzigen die wissen was ihnen blüht
  • Barkeeper sind auch nur Männer
  • Köche sind verrückt
  • Models sind hässlich
  • Programmierer sind wie Prostituierte
  • Schlagzeuger sind härter als Fußballer
  • Ingenieure sind beliebig austauschbares Verbrauchsmaterial
  • Lokführer sind die Sieger
  • Busfahrer sind unfreundlich
  • Schneider sind die klügsten Menschen
  • Fußballspieler sind manchmal ganz schön zickig
  • Fotografen sind die letzten Loser
  • Djs sind Hitarbeiter
AnmeldenAnmelden
DiePresse.com