Bester Arbeitgeber: Was Unternehmen einzigartig macht

28.01.2016 | 15:28 |   (DiePresse.com)

Employer Branding. Was Unternehmen tun können, um Mitarbeiter zu begeistern. Folge 3: Will sich ein Unternehmen positionieren, muss es Farbe bekennen und wissen: Das sind unsere Werte.

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Was tun mit all den Ergebnissen aus den Fokusgruppen? „Es ist ein aufwändiger Prozess, die Themen, Werte, Aussagen und Beispiele zu clustern und verdichten und einen roten Faden mit den Punkten aus den einzelnen Unternehmensbereichen zu finden“, sagt Jürgen Pfeiler, Employer-Branding-Experte und Leiter Personal bei der Sparkassen Versicherung AG. Die gefundenen Werte sind in ein Qualitätsdreieck einzuordnen: Dadurch werden ein Anker (interne Glaubwürdigkeit und Stabilität), ein Differenziator (Differenzierung am Arbeitsmarkt) und ein Treiber (Zukunftsausrichtung) formuliert, die das Unternehmen einzigartig macht. Ein heikler Prozess, der sinnvoller Weise von Unternehmensfremden moderiert werden sollte.

Schwerer Fehler: Themen unter den Teppich kehren

Doch es geht gleich heikel weiter. Die Ergebnisse werden nun mit der Steuerungsgruppe diskutiert. Die große Gefahr dabei: Punkte, die gerne gesehen werden, werden unterstützt, ungeliebte Punkte gerne unter den Teppich gekehrt. „Doch es ist sinnlos diese Punkte wegzulassen“, sagt Pfeiler, „weil sie ja Thema der täglichen Arbeit der Mitarbeiter sind.“

Ziel sei es, drei bis fünf „Profil-Themen“ zu finden, die einem Anspruch gerecht werden müssen: Sie müssen für das Unternehmen sprechen: „Das sind wir.“ Beispielsweise könnte eines lauten: „Wir passen uns neuen Anforderungen rasch an.“

Am Profil feilen

„Diese Profil-Themen müssen zeigen, wofür das Unternehmen kulturell und emotional steht und sie müssen Identität und Ziel ausdrücken“, sagt Pfeiler. Denn die Arbeitgeber-Positionierung muss vier Funktionen erfüllen:

  • Identifikation für Führungskräfte und Mitarbeiter bieten
  • Differenzierung vom Mitbewerb ermöglichen
  • etwas über die Unternehmenskultur erzählen (Was wird von mir erwartet? Passe ich zum Unternehmen?)
  • etwas über die Organisationsentwicklung verraten (Wohin will das Unternehmen gehen?)

Aus all dem ließen sich dann drei Themenbereiche ableiten:

  • Employer Positioning Statement: Wer sind wir und wofür stehen wir –eine komprimierte und prägnante Beschreibung in rund fünf Statements
  • UEP – Unique Employer Proposition: Was macht uns als Arbeitgeber besonders? Was hat Differenzierungspotenzial – quasi die Quintessenz des Employer Positioning Statements als Slogan.
  • Cultural fit: Welche Persönlichkeitsprofile, welche Persönlichkeitsstrukturen passt zum Unternehmen? „Das sollte“, sagt Pfeiler, „sehr spitz und sehr punktgenau formuliert sein.“

Ein Schritt der gerne vergessen wird, ist die interne Validierung. Hier wird noch einmal quergecheckt ob sich auch wirklich alle, bzw. ein Großteil in dieser Positionierung wieder finden. Eventuell muss man noch einmal einen, oder sogar zwei Schritte zurück machen und Infos neu erheben.

 

Mag. Jürgen Pfeiler ist Leiter Personal in der Sparkassen Versicherung AG Vienna Insurance Group.
Der diplomierte Wirtschaftspsychologe (Uni Wien) und zertifizierte Coach und Supervisor (BÖP) arbeitet seit mehr als zehn Jahren in Führungsfunktionen im HR-Bereich.
Darüber hinaus ist er zertifizierter Employer Brand Manager (DEBA). 

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