Winquadrat: Manager, Politiker und 120 Talente
11.06.2012 | 10:42 | Nikolaus Koller (Die Presse)
Letztes Wochenende in Eisenstadt: Führungskräfte referieren, Firmen präsentieren, Studierende diskutieren. „Social Business“ liegt (bei ihnen) im Trend.
Letztes Wochenende gab sich in Eisenstadt das politische und wirtschaftliche „Who's who“ des Landes die Klinke in die Hand: Nationalratspräsidentin Barbara Prammer war ebenso zur „Zukunftskonferenz win²“ gekommen wie die Bundesminister Maria Fekter und Karlheinz Töchterle. WU-Vizerektorin Regina Prehofer hielt ebenso eine Keynote bei der Veranstaltung wie der Ökonom Bernhard Felderer, Direktor des Instituts für Höhere Studien, oder Franz Viehböck, ehemaliger Kosmonaut und nunmehriger Vorstand der Berndorf AG.
Gekommen waren sie, um mit 120 handverlesenen – es gab mehrere hundert Bewerber – Talenten in Kontakt zu treten. Der hochkarätige Austausch wurde vom Uni Management Club (UniMC; siehe Info-Box) Wien organisiert, der neben den inhaltlichen und Karriere-Themen auch ein Rahmenprogramm mit Morgensport sowie ein Galadiner zusammengestellt haben.
Workshops und Netzwerk
Im Zentrum des Wochenendes im Burgenland stand allerdings nicht der akademische Austausch mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik oder das Netzwerken untereinander, sondern vor allem die Information über Karrierealternativen: So präsentierten sich am Samstag denn auch acht Organisationen – darunter PwC, IBM oder REWE – mit Workshops als potenzielle Arbeitgeber.
„Die win² ermöglicht den Studierenden, in entspannter Atmosphäre mit Unternehmervertretern zu plaudern“, sagt denn auch Teilnehmerin Sabine Gattinger. „Natürlich möchte ich die Gelegenheit nützen, um möglichst viele neue Kontakte zu knüpfen“, assistiert Daniela Schwarzauger, die ebenfalls an der Zukunftskonferenz teilgenommen hat.
„Soziale“ Unternehmer
Eine Karriereoption, die aktuell im Trend liegt, ist Social Business: Es gebe eine Reihe von Möglichkeiten, wie sich Studierende und junge Absolventen in diesen Unternehmen, die soziale oder ökologische Probleme lösen, engagieren können. Darüber waren sich die Caritas-Wien-Geschäftsführer Alexander Bodmann, Sonntentor-Gründer Johannes Gutmann, Marie Ringler, Länderdirektorin von Ashoka Österreich, sowie Stanislaus Turnauer, Geschäftsführer von Constantia Industries, einig. Mitarbeit während des Studiums sei ebenso möglich wie die Gründung eines Social Business.
Das sei kein kurzfristiger Trend, sondern werde die Unternehmenslandschaft in den nächsten Jahren noch stärker prägen, so der einhellige Tenor am Panel.
Auch für die Firmen selbst wird diese Art des Entrepreneurship zum Thema: Bewerber ziehen „soziale“ Arbeitgeber zunehmend vor – was sich auch in Eisenstadt gezeigt hat: Es gab einen eigenen Firmenworkshop zu „Social Business“, die Diskutanten wurden mit Fragen überhäuft. Der Trend ist aber keine Einbahnstraße: Auch Firmen wollen immer mehr Kandidaten, die über den sozialen Tellerrand schauen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2012)













