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Gipfeltreffen der HR-Szene

14.11.2017 | 09:32 |   (DiePresse.com)

Mehr als 2100 Besucher der "Personal Austria" schauten nicht nur bei den Ständen der 127 Aussteller – darunter 24 Start-ups – vorbei, sie ließen sich vor allem vom Mix aus theoretischem Inputs und Best Practice-Beispielen inspirieren.

HR-Fachmesse ist der inoffizielle Untertitel der „Personal Austria“, die Anfang November in Wien stattfand. Tatsächlich aber entwickelt sich der Treffpunkt für Personalisten immer mehr zum Kongress. Die mehr als 2100 Besucher schauten nicht nur bei den Ständen der 127 Aussteller – darunter 24 Start-ups – vorbei, sie ließen sich vor allem vom Mix aus theoretischem Inputs und Best Practice-Beispielen im Vortragsprogramm auf den Bühnen, Aktionsflächen und Workshopräumen inspirieren.

Impressionen vom ersten „Personal Austria“-Tag.

Die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt standen dabei im Mittelpunkt. So machte der Internetvordenker Tim Cole den Zuhörern Mut, den Veränderungsprozessen offen und positiv gegenüber zu stehen. An die Personalisten appellierte er, „sich stärker darauf zu konzentrieren, verborgene Schätze im eigenen Unternehmen zu bergen“. Dazu gehörten für ihn „Mitarbeiter, die bereit und in der Lage sind, sich durch Qualifizierungsmaßnahmen weiter zu bilden und eine freie Stelle zu besetzen, für die sie bisher eigentlich gar nicht in Frage kommen.“
Ein Praxisbeispiel dafür, wie die digitale Transformation die Unternehmenskultur positiv beeinflussen kann, stellte Alexandra Eichberger, Leiterin Change Implementation, mit der Kampagne „Kunde braucht dich“ der A1 Telekom Austria vor.

Digitales Dilemma versus digitale Chance

Dass die Digitalisierung schon Realität ist und sich auf die Arbeit der Personalistinnen und Personalisten auswirkt, war Konsens zwischen den Diskutanten beim AMS Expert Talk. Gefragt nach Hemmnissen der digitalen Transformation nannten die Praktiker insbesondere technische Grenzen und regulatorische Hindernisse. Johannes Kopf, Vorstandsmitglied beim Arbeitsmarktservice AMS, geht davon aus, dass Unternehmen scheitern werden, wenn sie nicht ausreichend qualifizierte IT-Mitarbeiter finden. Selbst einfache Jobs würden künftig digitale Kompetenzen verlangen. Kopf erwartet von der Bewältigung des daraus resultierenden Weiterbildungsbedarfs eine entsprechende Aufwertung der Personalarbeit führen wird.

Politik traf auf Praxis beim Future Talk

Die aus der Digitalisierung folgenden Veränderungen und ihre Auswirkungen auf Arbeitsprozesse und die Unternehmenskultur diskutierten im interaktiven „Future Talk“ auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Isabell Hametner, Senior Vice President Human Resources bei OMV, machte deutlich, dass die Politik gefordert ist, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den neuen Erfordernissen anzupassen. „Die Mitarbeiter wünschen sich flexible Arbeitszeiten, darauf sollte die Politik reagieren“. Christian Operschall, Stellvertretender Sektionsleiter und Gruppenleiter der Sektion VI Arbeitsmarkt im Bundessozialministerium, appellierte wiederum an die Unternehmen, den Wandel sozial zu gestalten und verwies darauf, dass viele Menschen lieber auf Geld verzichten und stattdessen mehr Freizeit haben möchten.

Impressionen vom zweiten „Personal Austria“-Tag.

Eine weitere Podiumsdiskussion beschäftigte sich mit der Frage, ob Algorithmen das Bauchgefühl in der Personalarbeit ersetzen werden. „Die Trends gehen ganz klar in Richtung Flexibilität und Digitalisierung. Der Arbeitnehmer von morgen ist ein mobiler Arbeitnehmer, der digital arbeitet, wo und wann er will“, sagte Klaus Larcher, Geschäftsführer von Trenkwalder, der mit Klaus Niedl, Leiter des Konzernpersonalmanagements der Novomatic AG, sowie Dietmar Kotras, Geschäftsführer von DXC Technology, diskutierte. Alle Gesprächspartner waren sich einig: „Strategisch geht es in Richtung Social Collaboration. Eine Auseinandersetzung mit Personal, dass nicht angestellt ist, ist absolut notwendig.“

Ausblick auf 2018

Aus den beiden Messetagen resümiert Sandra Reis, Direktorin der Personal Austria, einen zukunftsweisenden Auftrag für die Personalabteilungen: „Für die HR-Branche geht es nun darum, den Wandel der Arbeitswelt aktiv voranzutreiben und dabei eine führende Rolle innerhalb der Unternehmen einzunehmen.“ Dafür werde die Personal Austria 2018 Impulsgeber sein, so Reis weiter.  

 

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