Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren Artikel senden Senden
Bild: Klaus Ranger 

Arbeiten und das Leben genießen

03.11.2017 | 13:57 |  von Michael Köttritsch (Die Presse)

Diskussion. Wie die Study-Work-Balance aussehen kann, diskutierten zehn Experten, die wissen, worauf es im Studium und im Arbeitsleben tatsächlich ankommt.

Traditionell beginnt die Jussuccess bereits in der Woche vor dem großen Messetag – mit einer Diskussionsveranstaltung im Dachgeschoß des Juridicums.

Claudia Bayer von Uniport hatte als Gastgeberin des Abends ein Thema gewählt, das viele Jusstudierende beschäftigt, ganz gleich, in welchem Bereich sie nach ihrer Zeit an der Universität tätig sein möchten: Study-Work-Balance – Wie viel Arbeit neben dem Studium ist sinnvoll?

Fünf Seniors und fünf Juniors – Stefan Riegler und Mike Schaunig (Baker McKenzie), Herbert Kovar und Florian Laure (Deloitte Österreich), Dieter Thalhammer und William Redl (Kanzlei Eisenberger & Herzog), Jörg Wojahn (Europäische Kommission Wien) und Reka Mate (Europäisches Parlament Wien) sowie Friedrich Stanzel und Lisa-Maria Böhm (Finanzministerium) – schilderten aus der Praxis, worauf es in Sachen Study-Work-Balance tatsächlich ankommt.

Arbeiten dringend empfohlen

Die fünf zentralen Botschaften des Abends lauteten: Erstens, ja, Arbeiten während des Studierens wird von allen Experten empfohlen. Denn, zweitens, Studium und Arbeit lassen sich in Einklang bringen. Study-Work-Balance ist also tatsächlich etwas, das sich gut realisieren lässt. Und das selbst, wenn an der Universität die intensiven Prüfungswochen anstehen.

Wie die studentischen Mitarbeiter mit der Doppelbelastung umgehen, wird von den Arbeitgebern durchaus beobachtet. Wer beides stemmt, kann punkten. Ebenso aber, wer sich und die Lage gut einschätzen kann und mit dem Arbeitgeber vereinbart, vorübergehend im Job etwas kürzerzutreten.

Drittens: In der frühen Phase des Studiums raten die Experten zu kürzeren Praktika. Wer noch nicht genau weiß, wohin die berufliche Reise gehen wird, sollte sich verschiedene Branchen ansehen. Wer weiß, dass die Anwaltschaft das Ziel sein soll, dem wird geraten, sich kleine und große Kanzleien anzusehen oder solche, die auf unterschiedliche Bereiche spezialisiert sind.

Viertens: Je weiter angehende Juristen in ihrem Studium sind, desto langfristiger sollten sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden: Das macht es einfacher, etwa als Konzipient durchzustarten.

Und fünftens, und das sollte den Druck etwas nehmen: Studierende müssen sehr viel leisten. Aber: Man soll auch das Leben als Student genießen und einmal einen Sommer mit gutem Gewissen nicht arbeiten.


[NYTF6]

(Print-Ausgabe, 04.11.2017)

AnmeldenAnmelden
DiePresse.com