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Bild: Stanislav Jenis 

„Wer klar denkt, kann klar schreiben“

10.09.2017 | 07:00 |  Michael Köttritsch (Die Presse)

LAWard 2017. Zum neunten Mal prämieren CHSH und die WU Wien herausragende Bachelor-, Master- und PhD-Arbeiten aller österreichischen Rechtsfakultäten. Gefragt sind klare Sprache und erfrischende Gedanken.

Die Bachelor- oder Masterarbeit ist Pflicht, will man ein juristisches Studium abschließen. Doch lohnt es sich, mehr als das minimal Notwendige in sie zu investieren – oder vielleicht sogar ein Doktorratsstudium anzuhängen? Jede Thesis, erst recht jede Dissertation sei eine Visitenkarte, sagt Georg Kodek, Zivilrechtsprofessor an der WU Wien. Und gleichzeitig für die weitere berufliche Positionierung wichtig. Darüber hinaus vermittelt jede gute Arbeit Fähigkeiten wie Konzentration, Recherche oder Material sinnvoll anordnen zu können. Und sie kann vielleicht sogar eine Auszeichnung bringen.

Denn die Wirtschaftskanzlei Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (CHSH) ruft heuer zum neunten Mal den Wettbewerb LAWard aus. Gemeinsam mit der WU Wien und der „Presse“ werden für auszeichnete Wirtschaftsrecht-Bachelor- und Masterarbeiten sowie juristische Dissertationen 3500 Euro ausgelobt. Ganz gleich, ob es sich um eine dogmatische, rechtstheoretische bzw. -vergleichende oder empirische Arbeit handle, sagt Clemens Hasenauer, Managing Partner bei CHSH.

Sexy? Erkenntnisrelevant!

Hasenauer empfiehlt angehenden Juristen, sich zu fragen: „Was mache ich gern, in welchem Bereich möchte ich gern arbeiten?“ Kodek ermuntert, nicht nur die Karrierestrategie bzw. -taktik im Auge zu haben: „Wissenschaft soll Freude machen“, sagt er. Auf den LAWard gemünzt, sagt er: „Das Thema muss nicht unbedingt sexy sein. Aber es muss erkenntnisrelevant sein.“ Kodek, der der Jury seit dem Jahr 2015 vorsitzt, lobt die Qualität der Arbeiten, die in den vergangenen Jahren beim LAWard eingereicht wurden: „Sie überzeugen immer wieder durch erfrischende Gedanken.“

Daher erwartet er auch heuer wieder hohe Qualität – inhaltlich wie sprachlich. Natürlich brauche es eine gewisse Terminologie. Allerdings warnt Kodek: Man dürfe sich nicht hinter der Terminologie verstecken und damit übertünchen, keine Aussagen zu liefern.
Denn, darin sind sich die beiden Juristen einig, man könne auch relativ Kompliziertes sprachlich relativ einfach darstellen. „Das ist eine gute Schule: Wer klar denkt, kann klar schreiben“, sagt Hasenauer. Und er ergänzt für seine Berufsgruppe: „Rechtsanwälte sind Übersetzer.“

CHSH vergibt in Zusammenarbeit mit der Studienprogrammleitung des Wirtschaftsrechtsstudiums der WU Wien und der „Presse“ insgesamt 3500 Euro für herausragende Arbeiten in drei Kategorien:
2 x 500 Euro für die besten Bachelorthesen; 1 x 1000 Euro für die beste Masterthesis und 1 x 1500 Euro für die beste Dissertation. Der LAWard ist offen für alle juridischen Fakultäten Österreichs. Die Einreichfrist endet am 31. Oktober. Facultas publiziert die prämierte Dissertation und vergibt Büchergutscheine im Wert von 700 Euro. www.chsh.com

(Print-Ausgabe, 09.09.2017)

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