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Bild: Pixabay 

Arbeiten, wenn andere Urlaub machen

07.09.2017 | 12:35 |  Cornelia Holzbauer (DiePresse.com)

Ferialjobs dienen zur Taschengeldaufbesserung. In Europa ist man sich uneinig, ob damit auch ein guter Einblick in die Berufswelt möglich ist.

Rund 52 Prozent der Österreicher finden Ferialjobs sinnvoll. Der Grund: Sie bieten Jugendlichen einen ersten Einblick ins Berufsleben. Etwas anders denken die jungen Jobber selbst: Für 36 Prozent dienen Ferialjobs lediglich zur Aufbesserung des Taschengeldes, während 12 Prozent Ferialjobs sogar als reine Zeitverschwendung empfinden. Das sind Zahlen aus einer europaweiten Umfrage der Jobsuchmaschine Jobswype.

In den europäischen Ländern scheiden sich die Geister. In Deutschland sind 54 Prozent der Meinung, Ferialjobs bereichern nur das Portemonnaie. Nur etwa ein Drittel von ihnen erhoffen sich vom arbeiten in den Ferien einen Berufseinblick. Noch pessimistischer sind polnische Studienteilnehmer. 69 Prozent von ihnen sehen Ferialjobs als reine Zeitverschwendung, nur 13 Prozent profitieren vom Finanziellen und 22 Prozent glauben, dass ihnen damit der Jobstart erleichtert wird.

jobswype.at

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Ein Blick in den Arbeitsvertrag ist ratsam

Einen Ferieljob zu finden, sei nicht immer einfach, sagt Jobswype-Geschäftsführer Christian Erhart. Damit es klappt, hat Erhart ein paar gute Tipps an künftige Jobber: „Nicht zu lange warten und mindestens sechs Monate im Voraus nach einer geeigneten Stelle suchen. Außerdem abklären, welchen Status der Vertrag hat, mit welchem Zeitaufwand die Tätigkeit verbunden ist, wie die Bezahlung aussieht und welche Pflichten man hat. Einen guten Überblick über geltende rechtliche Bestimmungen geben die Webseiten der Arbeiterkammern und des AMS“, rät Erhart.

Tatsächlich gibt es arbeitsrechtliche Unterschiede zwischen Ferialjob und Praktikum. Ein Ferialjob gilt als reguläres Dienstverhältnis, mit Anspruch auf kollektivvertraglichen Gehalt und Urlaub, während beim Praktikum der Ausbildungsaspekt und die Freiwilligkeit im Vordergrund stehen und kein Anspruch auf Gehalt und Urlaub besteht. Allerdings können Betriebe ihre Praktikanten mit einem freiwilligen Taschengeld vergüten. Steigt Gehalt oder Taschengeld über die Geringfügigkeitsgrenze (aktuell 425,70 Euro), sind sowohl Ferialangestellter als auch Praktikant automatisch vollversichert.

Bei der Umfrage im August 2017 haben europaweit 702 Personen teilgenommen.

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