Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren Artikel senden Senden
Bild: Pixabay 

Österreich als eines der unfreundlichsten Länder

06.09.2017 | 10:44 |  Cornelia Holzbauer (DiePresse.com)

Unter Expats ist Österreich das zweitunbeliebteste Land, um sich ein Leben aufzubauen. Dahinter kommt nur noch Dänemark.

Angestellte, die von ihrem Unternehmen ins Ausland geschickt werden, sogenannte Expats, kommen ungern nach Österreich. Es ist das zweitschlechteste Land weltweit, um sich fern der Heimat einzuleben und einzugewöhnen. Das ist das Ergebnis der "Expat Insider 2017"-Umfrage des Netzwerks InterNations mit 13.000 Teilnehmern. Nur Dänemark unterbot dieses Ergebnis noch.

Freunde finden fällt in Österreich schwer

Expats empfinden Österreicher auch nicht als freundlich, in Bezug darauf belegt Österreich den vorletzten Platz, 64 von 65. Das liegt daran, dass es nur einem Viertel der befragten Zugezogenen hierzulande leicht fällt, Freunde zu finden. Weltweit haben Expats damit weniger Probleme, 42 Prozent von ihnen schließen schnell neue Freundschaften.

Expats sind bemüht, Deutsch zu lernen

Da mehr als die Hälfte der Befragten es schwierig finden, sich ohne Deutschkenntnisse in Österreich zurechtzufinden, sind sie motiviert, die Sprache zu lernen. 87 Prozent sprechen in irgendeiner Form Deutsch, das rangiert von "ein bisschen" bis "fließend". Leicht ist es allerdings nicht. Fast sieben von zehn Befragten finden es schwierig, die Sprache zu lernen.

Friedlich und politisch stabil

Österreich hat aus Expat-Sicht aber auch Vorteile: 88 Prozent beschrieben das Land als friedlich, 78 Prozent sahen die politische Lage als stabil. Die Sicherheitslage sowie die hohen Qualitätsstandards im Gesundheitswesen und im Bildungssystem machen Österreich zu einem beliebten Ziel für Zugezogene mit Kindern. 84 Prozent lobten die medizinische Versorgung, und 89 Prozent der befragten Eltern schätzten die hohe Qualität des Bildungswesens.

Unter Familien aus dem Ausland schneidet Österreich also weiterhin gut ab(Platz elf von 45). Allerdings schlechter als im Vorjahr: 2016 belegte es bei den Familien noch den vierten Platz. Ein möglicher Grund dafür könnte in der verfügbaren Kinderbetreuung liegen: Während 2016 noch sieben von zehn Expat-Eltern mit dem diesbezüglichen Angebot zufrieden waren, sind es 2017 nur noch 53 Prozent.

In einem Ranking, das Gastländer aus allgemeiner Sicht porträtiert, hat Österreich den deutlich besseren Platz 28 erreicht. Die Top Ten der beliebtesten Zielländer für Expats 2017 sind Bahrain, Costa Rica, Mexiko, Taiwan, Portugal, Neuseeland, Malta, Kolumbien, Singapur und Spanien. Griechenland, Kuwait und Nigeria landeten am letzten Platz. Die Hälfte aller Befragten in Griechenland berichtet, dass ihr Haushaltseinkommen nicht zur Deckung aller Lebenshaltungskosten ausreicht - mehr als doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt von 23 Prozent.

Österreichische Expats sind hoch gebildet

Expats aus Österreich zeichnen sich durch ein besonders hohes Bildungsniveau aus: 16 Prozent haben einen Doktortitel, im Vergleich zu sechs Prozent aller Befragten weltweit. Sie verfügen auch über erhebliche Auslandserfahrung, mehr als zwei von fünf Expats aus Österreich haben bereits in mindestens drei anderen Ländern als ihrem jetzigen Aufenthaltsland gelebt. Die internationale Erfahrung führt offensichtlich auch zu guten Fremdsprachenkenntnissen: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) spricht die Sprache des Gastlandes ziemlich oder sehr gut. 15 Prozent der befragten Expats aus Österreich haben eine Position im Management inne.

(APA)

2 Kommentare
Modistin
06.09.2017 18:19
2 0

Sinnlos diese Rankings

Glaube keiner Statistik welche du nicht selbst gefälscht hast. War nicht Wien vor einigen Monaten im Ranking als eine der lebenswertesten Städte im Spitzenfeld?
themodernworld
07.09.2017 12:36
2 0

Re: Sinnlos diese Rankings

ja, und zwar wurde wien von genau diesen expats supertoll bewertet. irgenwas kann da natürlich nicht stimmen.
AnmeldenAnmelden
DiePresse.com