Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren Artikel senden Senden
Bild: Pixabay 

Lernen als Teil der Freizeit?

06.09.2017 | 06:55 |  Cornelia Holzbauer (DiePresse.com)

Immer mehr Wissensarbeiter investieren eigene Zeit und Geld, um sich selbst um Weiterbildung zu kümmern. Führungskräfte erwarten das auch.

Fachkräfte entwickeln ihre Kompetenzen in Eigenregie weiter und verlassen sich hierbei nicht auf ihren Arbeitgeber.

Zwei von drei Wissensarbeitern (62 Prozent) finden, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, in ihre Kompetenz zu investieren. 65 Prozent der Führungskräfte erwarten das auch. Die Mehrheit der Wissensarbeiter kümmert sich auch selbst um ihre Weiterbildung. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM), der Hays AG und dem Beratungsunternehmen PAC, für die 1.215 Wissensarbeiter und Führungskräfte aus dem deutschsprachigen Raum befragt wurden.

Viele sind bemüht, sich in der Freizeit neues Wissen anzueignen, 59 Prozent gaben das an. Fast die Hälfte der Befragten zahlt Weiterbildung aus der eigenen Tasche. Lernen und Vernetzen wird generell zunehmend als Freizeitangelegenheit angesehen. 42 Prozent der befragten Führungskräfte sehen das so, nur drei von zehn Fachkräfte stimmen zu. „Wissensarbeiter passen sich eigenverantwortlich an Anforderungen an und verstehen daher auch ihre Kompetenzentwicklung als Privatsache. Dies entspricht ihrem Selbstverständnis und ihrer Arbeitsweise", sagt Stefan Rehm, Präsident des GfWM.

Führungskräfte: Wird Wissensarbeit obsolet?

Die breite Mehrheit der Befragten (79 Prozent der Führungskräfte und 68 Prozent der Wissensarbeiter) ist sich einig, dass die Digitalisierung den Grad der Spezialisierung weiter erhöht. Uneins sind sich die beiden Gruppen aber bei der Frage, inwieweit die Digitalisierung die Arbeitswelt verändern wird. So gehen 57 Prozent der befragten Führungskräfte davon aus, dass sich die Wissensarbeit durch Digitalisierung stark verändern oder gar obsolet werden wird. 71 Prozent der Fachkräfte selbst glauben hingegen, ihre Tätigkeit werde von der Automatisierungswelle und der Entwicklung künstlicher Intelligenz vollkommen oder eher unberührt bleiben.

Auf die Frage, ob Wissensarbeit es immer häufiger erfordere, bereits erlernte Methoden über Bord zu werfen, gab es ebenso recht unterschiedliche Reaktionen. Fachkräfte finden das eher nicht, nur 34 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Dagegen ist mehr als die Hälfte, 52 Prozent der Führungskräfte davon überzeugt.

Hays

Hays

Digitalisierung: Verlagerung von Kompetenzen

„Der Wissensarbeiter wird zukünftig seine Kompetenzen verlagern müssen. Weniger die fachliche Expertise, sondern vielmehr ganzheitliches, konzeptionelles Denken sowie mentale und soziale Kompetenzen werden seinen Erfolg ausmachen“, sagt Mark Frost, Geschäftsführer Hays Österreich. Das lässt annehmen, dass zunehmend der Mensch als solcher wichtig wird, je mehr Digitalisierung Einzug in die Arbeitswelt nimmt.

AnmeldenAnmelden
DiePresse.com