Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren Artikel senden Senden
Bild: Pixabay 

Digitaler Neuling oder Champion?

04.09.2017 | 15:59 |  Cornelia Holzbauer (DiePresse.com)

Klein- und Mittelunternehmen Österreichs müssen auf den digitalen Zug aufspringen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran und ist inzwischen in jede Branche vorgedrungen. Wie intensiv nutzen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) die Möglichkeiten der zunehmenden Digitalisierung?

Arthur D. Little hat zusammen mit der Wirtschaftskammer Österreich, Hutchison Drei Austria und der Wirtschaftsuniversität Wien eine Studie zur digitalen Transformation in Klein- und Mittelunternehmen Österreichs durchgeführt. Heraus kam ein Digitalisierungsindex, der zeigt, wie intensiv KMU digitale Angebote derzeit nutzen.

Viele sind noch digitale Neulinge

Zur besseren Übersicht teilen die Studienautoren den Digitalisierungsstand der Unternehmen auf vier Ebenen auf: auf der untersten Stufe befinden sich die "Digitalen Neulinge", etwas weiter sind "digital bewusste" Unternehmen. "Digital orientiert" ist die zweithöchste Einstufung, am weitesten entwickelt sind die "Digitalen Champions". Das Ergbnis: Der Großteil der befragten Unternehmen befinden sich noch auf Stufe Eins oder Zwei, ihre digitale Transformation ist ausbaufähig. "Für den nachhaltigen Erfolg ist es essenziell, dass sich die KMU weiter digital transformieren, um tatsächlich von der Digitalisierung profitieren zu können“, sagt Sophia Pipke, Management Consultant bei Arthur D. Little.

IT und Consulting ganz vorne mit dabei

Aufholbedarf bei Digitalisierung besteht branchenübergreifend. Allerdings gibt es Unterschiede im Fortschritt. Wenig überraschend: Informationstechnologie- und Consulting-Unternehmen führen die Statistik an, wenn es um Nutzung von digitalen Möglichkeiten geht. Die Sparten Gewerbe und Handwerk sind dagegen bisher am wenigsten digital ausgestattet.

 

Das Problem ist, dass sich viele KMU der Treiber und Herausforderungen von Digitalisierung nicht im Klaren sind. Hier kann angesetzt werden. Aufgaben, Produkte und Services digital darzustellen und die Unternehmenskultur an die neuen Gegebenheiten anzupassen, sind weitere Schwierigkeiten. Sophia Piepke weiß Abhilfe: "Es gibt inzwischen einfache, kostengünstige Möglichkeiten und Tools, die dabei unterstützen können“, sagt die Unternehmensberaterin.

Wozu überhaupt Digitalisierung?

Die Studie sollte außerdem Aufschluss darüber geben, welche Vorteile die Digitalisierung für Unternehmen bietet und was diese sich konkret von ihr erhoffen. Die Antwort: Neukunden gewinnen und Kosten einsparen, das erwarten KMU von digitalisierten Arbeitsprozessen. Es gibt auch Ängste. Viele befürchten einen Rückgang von Arbeitsplätzen aufgrund der Automatisierung. Interessant ist aber, dass vor allem die Branchen mit einem niedrigen Wert im Digitalisierungsindex meist einen Rückgang erwarten, während Branchen im vorderen Indexbereich häufiger einen Anstieg der Beschäftigung vermuten.

AnmeldenAnmelden
DiePresse.com