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Bild: Bilderbox (Erwin Wodicka) 

Arbeitslose haben mehr mit der Gesundheit zu kämpfen

01.09.2017 | 18:00 |  Cornelia Holzbauer (DiePresse.com)

Der Anteil der Arbeitslosen mit gesundheitlichen Problemen an allen Erwerbslosen hat sich in zehn Jahren fast verdoppelt.

Fast jede vierte der beim AMS als arbeitslos vorgemerkten Personen hat mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen. Deren Anteil hat sich laut AMS seit zehn Jahren fast verdoppelt. Bei Personen ab 50 Jahren hat sich die Anzahl seit 2007 sogar verdreifacht. Das lässt darauf schließen, dass die Arbeitssuche mit gesundheitlichen Problemen immer schwieriger wird.

Gleichzeitig wird derzeit von einer "Rekordbeschäftigung" gesprochen, da besonders die Zahl Langzeitarbeitslosen und der jüngeren Erwerbslosen gesunken ist. Welche Gruppen sind besonders von gesundheitlichen Problemen gekoppelt mit Gesundheitsproblemen betroffen und woher kommen die hohen Zahlen?

Arbeitslose mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen weisen diese dem AMS durch ein ärztliches Gutachten nach. Anschließend werden ihnen geeignete Arbeitsplätze vermittelt. Wenn sie ihren erlernten Beruf gar nicht mehr ausüben können, bekommen sie spezielle Unterstützung.

Bei einer Erhebung der Statistik Austria aus dem Jahr 2015 gaben noch rund 18 Prozent der Befragten an, über ein halbes Jahr gesundheitlich beeinträchtigt gewesen zu sein. Dabei fiel vor allem ein Anstieg bei nervlichen und psychischen Problemlagen auf.

Besonders Ältere haben zu kämpfen

Im August 2017 waren beim AMS 73.519 Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen als arbeitslos vermerkt, das sind rund 24 Prozent aller Arbeitslosen, 3,4 Prozent mehr als noch 2016. Besonders hoch ist der Anstieg der Arbeitssuchenden mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen bei Personen ab 50 und darüber. Hier hat sich die Anzahl seit 2007 fast verdreifacht.

Ältere sind inzwischen auch länger arbeitslos. Im Vergleich zu 2007 blieben die Betroffenen im Jahresdurchschnitt 2016 sogar 65 Tage länger auf Jobsuche, mit 193 Tagen in Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 126 Tagen im Gesamtdurchschnitt aller Erwerbslosen.

Weitere Probleme

Zu den gesundheitlich beeinträchtigten Personen zählt auch die Gruppe der behinderten Personen. Unter den vorgemerkt "begünstigt Behinderten" und Personen mit Behindertenpass steigt ebenfalls die Arbeitslosenquote: Im Vergleich zu 2007 hat sich die Anzahl von 5.390 auf 12.397 mehr als verdoppelt.

Finanzkrise und schwache Konjunktur als Auslöser

Insgesamt habe sich die Situation der gesundheitlichen beeinträchtigten Arbeitssuchenden durch die Krise 2009 und die konjunkturschwachen Jahre zwischen 2012 und 2016 deutlich verschlechtert, sagt Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des AMS.

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