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Bild: Pixabay 

Wer inspirieren kann, gewinnt

03.09.2017 | 07:00 |  Cornelia Holzbauer (Die Presse)

Motivation. Führungskräfte brauchen eine hervorstechende Eigenschaft, vier davon, wenn sie ein gutes Vorbild für ihre Mitarbeiter sein wollen.

Ganze 33 Charakteristika, die gute Führungskräfte ausmachen, haben die Forscher der Unternehmensberatung Bain & Company definiert. Vier davon reichen aus, um auf Mitarbeiter inspirierend zu wirken. Manche sind wenig überraschend: Mitarbeiter wünschen sich Chefs, die stressresistent sind. Oder überzeugend. Oder verantwortungsvoll.

Soft Skills werden immer wichtiger, sagt die Forschung. So sollten Manager ausdrucksfähig sein, also ihre Ideen und Pläne verständlich formulieren können. Die richtige Selbsteinschätzung trägt ebenso zu gutem Führungsstil bei. Wer dies beherrscht, kennt die eigenen Stärken und Schwächen genau.

Allerdings haben die Studienautoren, Mark Horwitch und Meredith Callahan, eine Eigenschaft als die wichtigste identifiziert. Sie nennen sie „centeredness“. Sie verstehen darunter die Fähigkeit, vollkommen präsent zu sein und die eigenen Stärken miteinander zu verbinden. „Centeredness ist universell und aktiviert alle anderen Merkmale. Deshalb sehen Mitarbeiter sie als die wichtigste Eigenschaft an“, sagen die Autoren.

Gefestigt und bescheiden

Die Qualitäten kann man sich wie ein Spinnennetz vorstellen, das in der Mitte zusammengehalten wird. Die vier Eckpunkte bilden vier Kategorien, in denen sich die übrigen 32 Charakteristika finden: Fähigkeiten zur Gruppenleitung, richtige Kommunikation, Selbstmotivation und Bescheidenheit. Gerade Letztere ist der Knackpunkt: Mitarbeiter müssen das Gefühl haben, dass ihre Chefs gefestigt genug sind, um immer wieder auch einmal in den Hintergrund treten zu können.

Bain & Company

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Weitere Erkenntnisse: Inspiration ist am größten, wenn Führungskräfte eine besondere Stärke haben. Welche das ist, ist eher nebensächlich. Dies spricht gegen die häufige Annahme, dass Multitaskingfähigkeit in hohen Positionen essenziell ist. „Eine einzige hervorstechende Eigenschaft kann Mitarbeiter doppelt inspirieren. Und je mehr solcher Stärken Sie haben, desto besser“, sagen die Autoren.
Universalrezept, was eine gute Führungskraft ausmacht, können sie allerdings nicht bieten. Im Gegenteil: Jeder Mensch ist anders, und das ist auch gut so. Ein Mark Zuckerberg leitet mit Sicherheit anders als ein Dietrich Mateschitz.

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