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Bild: Erwin Wodicka 

Die Millionen-Euro-Regel

31.08.2017 | 07:00 |  Michael Hirt (DiePresse.com)

Kolumne "Hirt on Management". Folge 54. Der Turbo für Ihre persönliche Entwicklung.

In unserer Rubrik „Hirt on Management“ beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach und Keynote Speaker alle zwei Wochen Fragen von Managern zu herausfordernden Situationen und kritischen Entscheidungen.

Frage:

Ich bin Unternehmer in einem gut organisierten, mittelständischen Produktionsunternehmen. Wenn Sie mir einen einzigen Rat geben würden, der meine Wirksamkeit massiv steigert, welcher wäre das?

Michael Hirt antwortet:

Machen Sie jeden Abend vor dem Tagesabschluss eine Liste aller Aufgaben, die Sie am nächsten Tag erledigen wollen und reihen Sie diese streng nach Priorität, also das wichtigste Thema etc. an erster Stelle, das zweitwichtigste an zweiter, das drittwichtigste an dritter Stelle, usw.

Überlegen Sie dabei: Was ist mein wichtigstes Problem? Welches Problem muss ich morgen als erstes lösen, damit ich einen entscheidenden Schritt nach vorne mache?

Beginnen Sie am nächsten Tag sofort das erstgereihte Problem zu bearbeiten und lösen Sie es. Wenn Sie es gelöst haben, dann machen Sie nicht einfach mit dem zweitgereihten Problem aus der Liste weiter, sondern machen die Prioritätenliste neu. Es kann nämlich sein, bzw. ist es sehr wahrscheinlich, dass neue Themen aufgetaucht sind, bzw. sich Prioritäten verschoben haben. Dann bearbeiten Sie die neue Priorität 1, bis Sie diese gelöst haben, usw.

Sie werden an einem Tag nicht alle Punkte auf Ihrer Liste erledigen können, aber darum geht es auch nicht, solange Sie entscheidenden Fortschritt im Thema mit Priorität 1 gemacht haben, denn gutes Management findet immer über Prioritäten statt.

Diese Regel ist besonders hilfreich, wenn Sie, z.B. als gut organisierter Unternehmer, Aufgaben an andere delegieren können. Dann stellen Sie sich bei der Priorisierung zusätzlich die Frage: Muss ich das wirklich selber machen? Dann sollten nämlich für Sie nur die Probleme übrig bleiben, die kein anderer für Sie lösen kann, also normalerweise wichtige, anspruchsvolle Probleme.

Dieser Rat ist auch als die 25.000-Dollar-Regel bekannt und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Berater Irving Lee dem Stahlmagnaten Charles Schwab gegeben, der den Rat mit großem Erfolg umsetzte und den Berater dafür fürstlich entlohnte.

Konzentriertes Licht in Form eines Lasers kann Stahl schneiden, unkonzentriertes Licht in der Form der allgemeinen Sonnenstrahlung kann angenehm wärmen und führt höchstens zu einem Sonnenbrand.

Es geht darum, unsere knappste Ressource, nämlich unsere Zeit, so zu fokussieren, dass wir maximal wirksam werden.

Das Wichtigste in Kürze

Machen Sie jeden Abend eine Liste aller Aufgaben, die Sie am nächsten Tag erledigen wollen und reihen Sie diese streng nach Priorität. Beginnen Sie am nächsten Tag sofort das erstgereihte Problem zu bearbeiten und lösen Sie es. Wenn Sie es gelöst haben, dann machen Sie nicht einfach mit dem zweitgereihten Problem aus der Liste weiter, sondern machen die Prioritätenliste neu. Dann bearbeiten Sie die neue Priorität 1, bis Sie diese gelöst haben, usw.

In „Hirt on Management“ beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor alle 2 Wochen Fragen von ManagerInnen zu herausfordernden Situationen und kritischen Managemententscheidungen.

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 14. September 2017 zur Frage: Mastermindgruppen. Was sie sind und was sie bringen

Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

Dr. Michael Hirt, geboren 1965 in Wien, ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu schnellen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, Kanada (McGill) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

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