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Die Zukunft der Menschheit

22.08.2017 | 12:00 |  Cornelia Holzbauer (DiePresse.com)

Am 21. Oktober heißt es im Volkstheater: On the Edge - Im Zeichen des Umbruchs. Die TEDx Vienna Hauptkonferenz steht an.

Wie verändert Fortschritt uns als Gesellschaft? Und die gewagtere Frage: Was passiert, sollten wir an unserem derzeitigen Verhalten nichts verändern wollen? Die Redner bei TEDx Vienna werden sie beantworten.

"Die Konferenz wird nichts Geringeres als die Zukunft der Menschheit thematisieren", sagt Réka Artner, Kuratorin von TEDxVienna. “Das diesjährige Thema 'On The Edge' spiegelt einerseits den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt der letzten Jahre wieder und ist gleichzeitig Sinnbild unserer gespaltenen Gesellschaft.“

Vom Fotografen zur Bioinformatikforscherin: Die Vortragenden stammen  aus völlig verschiedenen Feldern und haben deshalb auch unterschiedliche Zugangsweisen zum Thema. Ein spannender Abend steht im Herbst bevor. Acht der zwanzig Redner sind bereits bekannt gegeben worden. Im Volkstheater werden sie ihre Ideen und Projekte rund um Technik und Wissenschaft vorstellen und mit ihren persönlichen Geschichten verbinden.

TEDx Vienna ist ein Wiener Non-Profit-Netzwerk, das sich die Vermittlung von Wissen zum Ziel gesetzt hat. Jährlich finden mehrere Veranstaltungen in Wien statt. TEDx Vienna ist Teil des globalen TEDx-Netzwerks.

Weniger einsam mit Robotern

Einer der Redner ist Anders Sandberg, Forscher am Future of Humanity Institut an der Oxford-Universität. Er beschäftigt sich mit existenziellen Risiken, die sich auf die Zukunft der Menschheit beziehen. Das verbindet er mit Populationsethik.

Auch Karen Dolva, Interaktionsdesignerin und Mitbegründerin von No Isolation, beschäftigt sich mit populationsethischen Fragen. Ihre Firma hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen aus der Einsamkeit heraus zu helfen. Der AVI, weltweit erster Kommunikationsroboter, lässt Kinder mit Langzeiterkrankungen am täglichen Leben teilnehmen.

Hat der Mensch eine innere Uhr?

Mit dieser Frage beschäftigt sich der Vortragende Dean Buonomano, Neurowissenschaftler an der UCLA in Kalifornien. Buonomano glaubt nicht daran, dass der Mensch eine "innere Uhr" hat. Dafür seien die Zeitmessungen des Gehirns zu genau. Seine Theorie kommt ganz ohne Uhrwerk aus.

Ganz anders bei Shamsia Hassani. Die Dozentin für bildende Künste an der Universität in Kabul ist auf die Uhr angewiesen. Sie ist Graffiti-Künstlerin in Afghanistan und wenn sie öffentlich sprüht, hat sie wenig Zeit. Mit ihrer Kunst verwandelt sie die vom Krieg zerrissenen Mauern der Stadt in farbenfrohe Gemälde. Außerdem inspiriert Hassani mit der Darstellung von starken afghanischen Frauen.

Wahre Schönheit liegt im Inneren

David Jay fotografiert professionell seit über 15 Jahren Mode und Schönheit. Als eine Freundin von ihm an Brustkrebs erkrankte, startete er das Projekt Scar. In dessen Rahmen fotografiert er junge Brustkrebs-Überlebende. Jay's nüchterne und gewagte Porträts fordern traditionelle Wahrnehmungen der Krankheit heraus und fangen die rohe Schönheit der Frauen ein.

Dina Zielinski, eine Bioinformatikforscherin, beschäftigt sich ebenfalls mit dem Körper, nämlich der DNA, die in Zukunft zur Datenspeicherung genutzt werden könnte. In einem Experiment fand sie heraus, dass mit einer gewissen Codierung von Molekülen mehrere Terabyte digitaler Medien gespeichert werden können. Inwiefern diese Innovation eine Alternative zur täglich genutzten Festplatte sein kann, erklärt sie in ihrem Vortrag.

Wenn Technik zur Kunst wird

Als Direktor des de Borda Institutes, einer NGO aus Belfast, beschäftigt sich Peter Emerson hauptsächlich mit Wahlsystemen und der Machtverteilung in unserer Gesellschaft. In seinem Vortrag gibt er Einblicke in Wahlprozeduren.

Auch bei Pablo Garcia, außerordentlicher Professor in zeitgenössischen Praktiken an der Kunsthochschule in Chicago, nimmt Technik einen Platz ein. Er verbindet sie mit Kunst. Garcias Forschungspraxis ist eine Kreuzung von Real und Virtuell. Sie reicht von wissenschaftlichen Beiträgen bis hin zu zeitgenössischen Kunstwerken, die die digitale Kultur untersuchen.

Mehr Informationen unter www.tedxvienna.at.

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