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Bild: Jolly Schwarz 

Der Dümmste im Raum sein lohnt sich

21.08.2017 | 16:44 |  Cornelia Holzbauer (DiePresse.com)

Kreativität im Berufsalltag? Durchaus möglich, finden die Marketing Natives. Bei ihrem dritten Treffen verraten sie, wie man im Job kreativ werden kann.

„Echt geiler kreativer Sche*ß“. Den lieferten sechs junge Marketingexperten bei einer Veranstaltung der Marketing Natives. Sie erklärten ihren Zugang zu Kreativität im Berufsalltag. Das Fazit: Kreative Ideen entstehen durch die Verbindung von Neuem und Unbekanntem.

Dabei drehte sich alles um außergewöhnliche Kreationen. Bastian Scherbeck, Leiter der digitalen Interaktion bei Kolle Rebbe Hamburg betonte als Moderator gleich zu Beginn, dass Kreativität vorantreibt.

"Wenn Sie der Dümmste im Raum sind, haben Sie etwas richtig gemacht"

Stefan Yazzie Herbert, CEO und Kreativdirektor von The Paranormal Unicorn und Leiter des Kollektivs House of Bandits, durfte als Erster sprechen. "Nichts ist so wichtig wie die richtige Idee", sagte der Firmengründer. Dabei sei egal, ob man die Fähigkeiten habe, diese umzusetzen oder nicht. Deshalb: Immer nach Hilfe fragen. Es gebe immer Menschen, die mehr wissen als man selbst. "Scheitern ist schrecklich, aber oft ist es unumgänglich", sagte Herbert. Der Grundstein von Innovation liege jedoch in der Fähigkeit zu kombinieren. Die Stärke von kreativen Menschen: Sie verstehen Dinge auch, wenn sie nicht über das nötige Wissen verfügen. Dafür könne man ja um Hilfe bitten.

„Ideen haben kein Mascherl“

Ursi Kotratschek, Kreativdirektor DACH von innocent Alps und Alex Lisetz, Texter bei Union Wagner traten gemeinsam auf. Lisetz: "Für gute Arbeit braucht es völlige Identifikation mit dem Produkt." Für ein erfolgreiches Produkt müsse man es zudem schaffen, in das Leben des Konsumenten einzutreten, ohne als Eindringling gesehen zu werden.  Kotratschek: "Ich bin überzeugt, dass sich Inspiration überall ergibt, eine gute Idee kann von überall herkommen."

Werbung an unerwarteten Orten

Günter Weninger ist CEO von Ambient Art, Angela Regner Head of Client Service. Gemeinsam stellen sie die Einsatzmöglichkeiten von Ambient Media vor. Mit Ambient Art lässt sich Atmosphäre schaffen und eine gewisse Stimmung erzeugen. Erreicht wird das durch das Platzieren von Werbung an unerwarteten Orten, zum Beispiel auf Rikschas, an Spinden in Fitnesscentern oder auf Containern. Weninger: "Lassen Sie sich nicht von der Annahme, dass etwas in Österreich nicht möglich sei, aufhalten."

„Ohne Spaß ist das Geld wertlos“

Thomas Strobl ist der Mitgründer und Partner von wild, einer jungen Marketingagentur. Seit der Gründung im Jahr 2014 haben sich für Strobl wichtige Grundprinzipien ergeben, ohne die man nicht kreativ sein kann. Zuallererst solle man Dinge machen, die einem Spaß machen, denn: "Ohne Spaß ist das Geld wertlos." Ein Projekt, das nur wenige Tage dauert, aber auch kein Geld bringt, kann als Motivationsspritze dienen.

Außerdem: Firmen werden immer noch von Menschen betrieben, sie sind keine gesichtslose Masse. Ein entspannter Umgangston sei genauso wichtig wie eine kritische Sichtweise. Strobl schloss mit dem wichtigsten Punkt: „Es gibt 1000 Ausreden, aber keine bringt irgendwas!“ Stattdessen: Einfach machen.

Über die Marketing Natives

Marketing Natives (Wien) ist eine Bewegung, die internationale Marketing-Experten & Studenten miteinander vereint. Seit der Gründung 2011 haben die Marketing Natives (unter der Obhut des Dialog Marketing Verbands Österreich) 500 Marketing-Enthusiasten im Alter von 20-30 Jahren als Mitglieder gewonnen.

„Die Presse“ ist offizieller Medienpartner der Marketing Natives. Das Netzwerk wird von A1, dem Studiengang Media- und Kommunikationsberatung der FH St. Pölten, INFOSCREEN und Goldbach Austria unterstützt.

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