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Bild: Pixabay 

Networking - aber richtig

11.08.2017 | 12:40 |  Cornelia Holzbauer (DiePresse.com)

Networking ist das Zauberwort im Karrierevokabular. Mit diesen Strategien holen Sie das Beste für sich heraus.

Das Trendwort Networking begleitet uns überall hin: auf Tagungen, Fortbildungen, sogar ins Restaurant. Kein Wunder, denn laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wird jede dritte Stelle mittels Networking vergeben, in den USA sogar bis zu 85 Prozent, laut dem Karriere-Experten Lou Adler. Wie genau netzwerkt es sich denn am besten? Ein paar kleine Regeln helfen dabei, das Kontaktnetzwerk spielend leicht zu vergrößern und den eigenen Bekanntheitsgrad in Businesskreisen zu steigern.

Immer vorbereitet sein

Wer gut vorbereitet ist, hat halb gewonnen. Recherchieren Sie die Teilnehmer der Veranstaltung, wenn eine Liste zugänglich ist. Zögern Sie nicht, potenziell interessante Kontakte auf LinkedIn, Xing und Co. ausfindig zu machen. Zudem ist es immer eine gute Idee, den Veranstalter zu kontaktieren, dort sind Sie direkt an der Quelle.

Mit dieser Vorbereitung wird es viel einfacher sein, gezielte Fragen zu stellen und mit den richtigen Personen in Kontakt zu kommen. Professionelle Networker merken schnell, ob jemand wirklich interessiert und obendrein noch vorbereitet ist, das macht Eindruck. Michael Mayer, Nationaldirektor des Business Network International, rät außerdem, im Vorhinein herauszufinden, welche "Kultur bei der Veranstaltung vorherrscht". Geht es eher um knallharte Geschäfte oder ist es ein Nonprofit-Treffen? Diese Informationen helfen Ihnen dabei, einzuschätzen, wie Sie sich verhalten sollten.

Gezielt zuschlagen

Sobald Sie den Raum betreten, schauen Sie sich aufmerksam um und suchen Sie nach Ihren zuvor ausgewählten Zielpersonen. Jetzt geht es darum, voller Selbstvertrauen auf diese zuzumarschieren und einen guten Einstieg zu finden. Am einfachsten ist das, wenn das Networking-Event Teil einer Fortbildung oder Tagung ist, die sowieso schon ein Überthema hat. Dann können Sie einfach fragen: „Wie hat Ihnen eigentlich XY's Vortrag zu XY gefallen?“ Oder Sie fragen einfach, was Ihr Gegenüber vom Tagungsthema hält.

Qualität geht über Quantität

Ein wertvoller Kontakt kann sie womöglich zu 100 weiteren führen, deshalb ist es wichtig, wen Sie ansprechen. Die meisten solcher Veranstaltungen dauern nicht länger als eine Stunde, also verschwenden Sie keine Zeit mit Personen, die für Sie – so hart es klingen mag – in diesem Moment irrelevant sind.

Höflich bleiben

Auch wenn es wichtig ist, bei den Gesprächspartnern die richtige Auswahl zu treffen, kann man schon mal danebengreifen. In so einem Fall aber lieber nicht verstohlen durch den Raum schauen, ob nicht doch noch interessantere Leute anzutreffen sind. Das ist nicht nur unhöflich, sondern könnte auch später zu Ihrem Nachteil ausgelegt werden. Wer weiß, vielleicht hat Ihr eher durchschnittlich interessantes Gegenüber doch noch wichtige Kontakte, von denen Sie profitieren könnten. Versuchen Sie, dem Gespräch höflich ein Ende zu setzen, indem Sie nach Kontaktdaten fragen und informieren Sie sich später darüber, wen Ihr neuer Kontakt kennt.

Geben ist seliger denn nehmen

Klar, beim Networking versucht jeder, für sich selbst das Beste herauszuholen. Das sollte aber nicht zu offensichtlich sein. Deshalb gilt die Faustregel: Stellen Sie Ihre Bedürfnisse hinten an. Versuchen Sie einen Weg zu finden, zuerst Ihrem Gesprächspartner zu helfen. Wenn Sie sich zum Beispiel gut mit Social Media-Marketing auskennen, können Sie vorschlagen, Ihr Wissen zu teilen. Falls Sie selbst Kontakte haben, die Ihr Gegenüber interessant findet, machen Sie die beiden bekannt.

Nachhaken

Der Tag danach: Ziehen Sie den Stapel Visitenkarten, den Sie gesammelt haben, aus Ihrer Hosentasche und fangen Sie an, die sozialen Netzwerke abzugrasen. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sollten ein paar Firmen dabei sein, die für Sie vielleicht einen Karrieresprung bedeuten könnten. Falls Sie sich wirklich bei einer von ihnen bewerben wollen, lohnt es sich, im Vorhinein regen Kontakt mit Ihren neuen Bekanntschaften zu halten. So stellen Sie sicher, dass diese Person im Ernstfall ein gutes Wort für Sie einlegt.

Immer am Ball bleiben

Zu guter Letzt ist es unabhängig von Ihrer derzeitigen Position wichtig, Ihre Social Media-Profile zu hegen und zu pflegen. Sie können auf Facebook, Twitter und LinkedIn Artikel teilen, die Sie interessant finden oder selbst welche verfassen, rät Drew Hendricks, der für Forbes, Entrepreneur und Inc. schreibt. Man weiß nie, welche Recruiter gerade das Netz durchforsten und womöglich dadurch auf Sie stoßen.

Fazit: Netzwerken Sie los!

Vorbereitung ist die halbe Miete und Qualität sollte immer über Quantität stehen. LinkedIn ist Ihr bester Freund und am Tag danach ist eine Nachricht Pflicht. Auch beim Networken ist geben seliger denn nehmen.

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