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Bild: Pixabay 

Lerne Nein zu sagen

10.07.2017 | 09:00 |  Andrea Lehky (Die Presse)

Konfliktvermeidung. Man will doch nur gemocht werden. Und wird dabei nur ausgenutzt.

Da ist er schon wieder, der nette Kollege. Mit einem Auftrag, einer Bitte, die noch mehr Arbeit bedeutet. Nimmt man an, verzögert das die eigene Arbeit und macht wütend (auf sich selbst). Lehnt man ab, fürchtet man den Ärger des anderen.

Adam Grant, Management- & Psychologieprofessor an der Wharton University of Pennsylvania, erarbeitete mit seinen Studenten sieben unübliche Methoden, unerwünschte Aufträge abzulehnen – ohne Schuldgefühle.

Mitzählen. Menschen mit dem Antreiber „Mach es allen recht“ scheinen Zusatzaufträge jeder Art magnetisch anzuziehen – aber nicht so oft, wie sie denken. Ihnen rät Grant mitzuzählen, um so das Thema zu objektivieren: Erstens um festzustellen, dass es doch nicht so omnipräsent ist. Zweitens, weil nur die wenigsten mutigen Neins tatsächlich Konsequenzen haben. Die meisten Menschen akzeptieren sie einfach.

Zeit gewinnen. Nicht zu Spontanzusagen hinreißen lassen, sondern Zeit schinden: „Ich muss erst im Kalender nachschauen/nachdenken. Ich melde mich.“

Prinzipien vertreten. „Tut mir leid, ich kann grundsätzlich keine Arbeit für andere Abteilungen übernehmen/darf grundsätzlich keine Überstunden machen.“ Prinzipien sind kraftvolle Argumente, dürfen aber nicht jedes Mal ausgespielt werden.

Soziale Kosten. „Wenn ich das für Sie übernehme, lasse ich meinen Chef/meine Kollegen hängen.“ Wirkt umso stärker, je höher die genannten Personen stehen.

Bröselprinzip. Nur einen Miniteil des Auftrags akzeptieren: „Ich kann nicht alle Reports übernehmen, nur diesen einen.“

Aufmerksamkeit von sich weglenken. „Leider, ich bin dafür kein Spezialist. Wenden Sie sich doch an XY.“

Schallplatte mit Sprung. Monoton und ohne Gefühlsregung bei jedem Anliegen „Leider, ich kann nicht“ leiern. Erfordert allerdings Selbstdisziplin und gute Kontrolle der Gesichtszüge.

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