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Bild: Pixabay 

Die kleinen Dinge zählen

03.07.2017 | 13:10 |  Conrad Pramböck (DiePresse.com)

Kolumne "Karrierewege". Warum Kleines manchmal viel mehr leisten kann, als man glaubt.

Viele Menschen meinen, dass es großer Macht bedarf, um erfolgreich zu sein. Sie erleben sich als Spielball der Reichen und Mächtigen und sehen sich selbst als hilflos und schwach an. „Die da oben machen es sich ja ohnehin über unseren Kopf hinweg aus“, heißt es oft.

Es sind jedoch selten die großen Dinge, die entscheiden. Meist liegen zwischen Erfolg und Misserfolg nur geringe Unterschiede. Trifft ein Golfer den Ball beim Abschlag nur geringfügig anders, landet sein Ball viele Meter weit entfernt. Und auch der Magier Gandalf meinte, dass nicht große Kräfte notwendig sind, um das Böse fernzuhalten, sondern dass es kleine, freundliche Gesten von gewöhnlichen Menschen sind, die das Gute in der Welt fördern.

Worin liegt das Geheimnis, dass die kleinen Dinge soviel Macht haben: Haben Sie sich jemals gefragt, warum selbst im Amazonas, wo eine riesige Artenvielfalt von rund 16.000 verschiedenen Baumarten herrscht, die Hälfte der Fläche aus nur 227 Arten besteht? Wie kann es sein, dass selbst in einem höchst diversen Ökosystem rund 1,5 Prozent der Arten die Hälfte des gewaltigen Regenwalds ausmacht?

Diese Verteilung war nicht immer so. Wissenschaftler erklären sich die Dominanz von einigen wenigen, dass sich manche Arten vor vielen Jahren einen kleinen Startvorteil im Kampf um Wasser und Sonnenlicht gesichert haben.

Vielleicht lag ja durch einen zufälligen Windstoß nur ein Blatt der einen Pflanze über dem Blatt einer anderen und konnte durch ein klein wenig mehr Sonne besser wachsen. Sie wuchs höher, wurde stärker und konnte schließlich besser ihre Samen verteilen. Was mit einem kleinen Vorteil begann, sicherte letztlich die Dominanz einer ganzen Baumart für viele Generationen.

Wenn Sie also nach einem USP für sich selbst suchen, um Ihre Karriere deutlich voranzutreiben, müssen Sie nicht Ausschau danach halten, worin Sie unfassbar viel besser als der Rest sind. Achten Sie darauf, worin Sie der Beste sind, auch wenn der Unterschied zu den anderen nur äußerst gering sein mag.

Kleine Dinge summieren sich zu großen Dingen. Einen guten Ruf etwa erarbeiten Sie sich nicht über Nacht, sondern durch laufendes, stetiges Bemühen. Was am Ende groß erscheint, ist Ausdruck zahlloser kleiner Bewegungen in die richtige Richtung. Der Unterschied zu den anderen muss nicht groß sein, Sie müssen nur der Beste sein.

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