Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren Artikel senden Senden
Bild: Pixabay 

Unsicherheit bremst Ethik in der Wirtschaft

24.06.2017 | 13:34 |  red. (Die Presse)

Wirtschaftsethik künftig als Pflichtfach an Universitäten?

In unsicheren Zeiten bleibe ethisches Wirtschaften eher auf der Strecke, sagte Wirtschaftsethiker Andreas Suchanek kürzlich am Rand eines Vortrags an der WU Wien. Eine Begleiterscheinung sei kurzfristiges Denken, bekrittelte der Wirtschaftsethiker von der Leipzig Graduate School of Management. Das wiederum halte Manager davon ab, ethisch korrekt zu handeln.

Der Konkurrenzdruck erschwere verantwortungsvolles Handeln ebenfalls. „Der Wettbewerb ist ambivalent. Ohne ihn hätten wir unseren heutigen Wohlstand nie erreicht“, sagte Suchanek. Die Schattenseite sei, dass Entscheidungen oft zulasten anderer getroffen werden. Viele befänden sich im Gefangenendilemma: Unternehmer wüssten, einen Auftrag, den sie in Ländern wie Venezuela, Nigeria oder Russland aus ethischen Gründen nicht ausführten, würde ein Konkurrent übernehmen.

Um Wirtschaftsethik besser zu etablieren, müsse sich jede Hochschule damit beschäftigen. „Wie gehen wir mit dem Phänomen um, dass viele gewinnmaximierend denken?“ Denn gerade bei neu gegründeten Unternehmen beobachte er, dass die Schere zwischen sozial agierenden Unternehmen und rein gewinnmaximierenden Organisationen größer geworden sei.

AnmeldenAnmelden
DiePresse.com