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Rechtliches Wissen gefragt

08.05.2017 | 09:00 |  Michael Köttritsch (Die Presse)

Banken und Versicherungen bauen Personal ab und rekrutieren gleichzeitig.

Die Umwälzungen im Finanzsektor wirken sich auch auf das Personal aus. Während die Banken Filialen schließen und sich von Mitarbeitern trennen, rekrutieren sie gleichzeitig: nicht für das Kundengeschäft, sondern vor allem für Regulatory Affairs, Compliance, aber auch für die Rechnungslegung (Stichwort IFRS) und Risikomanagement, sagt Matthias Schulmeister (Schulmeister Consulting). Rechtliches und betriebswirtschaftliches Wissen sind gefragt.

Bei den Versicherungen hingegen werden neben Experten für das Versicherungsaufsichtsrecht (Solvency) Vertriebsmitarbeiter gesucht. Menschen mit Gastronomie- bzw. Hotellerie-Erfahrung seien zwar im Kundengeschäft gefragt, weil „sie wissen, was es heißt zu dienen“, sagt Schulmeister. Kunden wie Gäste seien zu bedienen, auch wenn sie mitunter kritische Situationen provozierten. Man müsse in der Sekunde (richtig) reagieren.

Markus Brenner (Brenner & Company) gibt zu bedenken: In der Gastronomie bzw. Hotellerie könnte man sich die Kunden nur bedingt aussuchen. Im Versicherungsvertrieb hingegen müssten Mitarbeiter aktiv Kunden suchen und ansprechen – erst dann komme der Serviceaspekt zum Tragen.
Zudem, sagt Erwin Schmidt (Aristid), würden Versicherungen ihre Kundenberater oft nicht übermäßig gut bezahlen und mitunter nur als Selbstständige einsetzen, was für viele einen Wechsel aus der Gastronomie bzw. Hotellerie unattraktiv mache.

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