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Bild: Clemens Fabry 

Managergehälter: Boni gehen zurück

19.04.2017 | 12:20 |   (DiePresse.com)

Österreichs Top-Manager verdienen im Schnitt 196.900 Euro brutto. Manager der zweiten Ebene bringen es durchschnittlich auf 126.000 Euro.

Was verdienen Manager in Österreich, dieser Frage gingen das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) und das Marktforschungsinstitut Triconsult nach.

Das Ergebnis: Während das Jahres-Gesamteinkommen der ersten Führungsebene im Schnitt 196.900 Euro brutto erreicht, erzielten die Führungskräfte der zweiten Ebene ein Jahressalär von 126.000 Euro.

Dabei umfasst das Grundgehalt der Top-Manager 157.000 Euro, dazukommen 39.900 Euro an Boni. Auf der zweiten Ebene kommen zu den 106.900 Euro Grundgehalt 19.100 Euro Bonifikationen dazu.

Wobei das Einkommen ganz stark von der Unternehmensgröße und vom Unternehmensumsatz abhängt.

Der WdF-Bundesvorsitzende Gerhard Zeiner beschreibt die Entwicklung: „Bescheidenen Zuwächsen beim Grundgehalt stehen schrumpfende Erfolgsprämien gegenüber. Angesichts der niedrigen Inflationsraten sind Seitwärtsbewegungen der Gesamteinkommen auf Bruttoebene kein Signal eines Wirtschaftsoptimismus.“

Nur fünf Prozent erhalten Unternehmensanteile

62 Prozent der Führungskräfte der ersten Ebene erhalten einen wesentlichen Teil ihres Einkommens erfolgsabhängig, in der zweiten Ebene sind es 70 Prozent. Hauptkriterien waren hier Gewinn und Zielerreichung, ausbezahlt wird in den meisten Fällen bar, nur fünf Prozent erhalten Optionen oder Anteile des Unternehmens.

2016 stiegen die Grundgehälter in der ersten Führungsebene leicht an, die variablen Gehaltsbestandteile aber zeigen nach unten. Das durchschnittliche Grundgehalt streut wieder sehr deutlich: Während ein Viertel der Befragten weniger als 130.000 Euro Basisvergütung bezieht, sind es im obersten Viertel mehr als 240.000 Euro.Ebenso streuen auch die variablen Gehaltsbestandteile: Von maximal 20.000 Euro im untersten Quartil bis zu mehr als 80.000 Euro im obersten Quartil.Netto bedeutet das 116.200 Euro im Schnitt. Mehr als 40 % der Bruttoeinkommen gehen damit als Steuern und Abgaben an die öffentliche Hand (und das ohne die Anteile der Arbeitgeber).

Ein Viertel der Befragten in der zweiten Führungsebene bezieht ein Grundgehalt von weniger als 80.000 Euro, beim obersten Viertel sind es mehr als 125.000 Euro. Damit gewinnt auch auf dieser Führungsebene wieder das Grundgehalt an Bedeutung. Das Nettojahreseinkommen der ManagerInnen der zweiten Führungsebene beträgt im Schnitt 74.000 Euro, davon entfallen 58.200 Euro netto auf das Grundgehalt.

Dienstautos & Mobilität

Beim wichtigsten Fringe-Benefit – dem Dienstfahrzeug – hat Audi erneut die Nase vorne. Vor allem in der ersten Ebene tendiert man zu dieser deutschen Premiummarke. BMW findet sich als Dienstauto in beiden Managementebenen und kann vor allem in der zweiten Ebene deutlich punkten. VW kann seine Position halten, ist vor allem in der zweiten Führungsebene stark vertreten. Der Konzern hat damit mehrere Eisen im Feuer.

Wenn Überstunden gemacht werden, dann sind es umso mehr, je höher die Manager in der Hierarchie stehen: In der ersten Führungsebene sind es im Schnitt 16,1 Stunden pro Woche, in der zweiten Ebene 10,50 Stunden.

Im Schnitt sind die Führungskräfte der ersten Ebene 61 Tage pro Jahr für ihr Unternehmen unterwegs (neuerlich vier Tage mehr als im Jahr davor). In der zweiten Führungsebene sind die ManagerInnen durchschnittlich 47 Tage pro Jahr unterwegs, also fünf Tage weniger als im Jahr davor und doch über dem Niveau des Jahres 2014.

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