Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren Artikel senden Senden

Wir lassen eine Digitalstrategie wachsen (16/17)

01.05.2017 | 07:00 |  Andrea Lehky (DiePresse.com)

Crashkurs Digital Business. Alle reden von Digitalgeschäft, aber keiner weiß, wie man es anpackt. Diese Serie ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Digitalstrategen und solche, die es werden wollen. Folge 16: Die internationale Expansion. Heute: All about China.

China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde verspricht einen gigantischen Markt, der vergleichsweise wenig erschlossen ist. Die Internetnutzer sind jung, urban und verbringen viel Zeit im Netz. Wehmutstropfen: Sie verfügen nur über ein geringes Einkommen. Noch wird etwa die Hälfte aller Internettransaktionen vom PC aus getätigt, der mobile Markt steigt aber deutlich.

Das Internet wird von der Regierung kontrolliert. Google ist verboten (Ausnahme Hongkong), die beherrschende Suchmaschine ist Baidu. Was bei uns Amazon ist, ist in China Alibaba. Empfehlenswert für den Markteinstieg sind auch Taobao, Tmall und Jingdong (JD). Deren Websites sind für gewöhnlich bunt und verspielt.

Der beherrschende Online-Dienst heißt Tencent. Er ist allerdings nicht mit (dem in China ebenfalls verbotenen) Facebook vergleichbar, denn über ihn werden auch Zahlungen abgewickelt.

Eine kulturelle Besonderheit ist der stark variierende Qualitätsbegriff. Standardisierte Qualität existiert nicht, Kopieren ist an der Tagesordnung. Für Sie bedeutet das, viel Augenmerk auf die Kontrolle Ihrer Lieferanten zu legen. Beziehungen, Hierarchie, die vorgegebene Ordnung und die Sorge um Gesichtsverlust entscheiden über Ihr Geschäft. Chinesen legen großen Wert auf Harmonie: Ein „Ja“ bedeutet noch gar nichts.

Wer in China Fuß fassen will, braucht zwingend lokale Unterstützung. Beachten Sie akribisch alle steuerlichen und Zollvorschriften, sie sind trickreich!

Nach Japan und China gibt es morgen noch als letztes Extra und als Abschluss unserer Serie eine Marktanalyse für die USA.

Die Anregungen zu dieser Serie stammen aus dem Buch „Michael Kreawing: Digital Business Strategie für den Mittelstand“.

AnmeldenAnmelden
DiePresse.com