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Bild: Pixabay 

Wir lassen eine Digitalstrategie wachsen (7/17)

18.04.2017 | 07:00 |  Andrea Lehky (DiePresse.com)

Crashkurs Digital Business. Alle reden von Digitalgeschäft, aber keiner weiß, wie man es anpackt. Diese Serie ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Digitalstrategen und solche, die es werden wollen. Folge 7: Ihre digitale Vision und Mission.

Viele von uns können die Begriffe Vision und Mission nicht mehr hören. Zu viele (vornehmlich US-) Konzerne haben seelenlose Worthülsen an ihre Kolonien geschickt und erwartet, die damit zu elektrisieren. Dabei helfen gemeinsame Leitlinien tatsächlich, an einem Strang zu ziehen – wenn der Funkte überspringt.

Eine Vision ist ein Ziel, das in weiter Ferne liegt. Sie finden Ihre mit Fragen wie „Wohin wollen wir?“ oder „Welchen Beitrag soll unser Unternehmen für die Gesellschaft leisten?“ Gute Visionen sind konkret, beinhalten Werte und lösen Emotionen aus.

  • Ein gelungenes Beispiel ist die von Microsoft: „Wir werden die Software entwickeln, damit auf jedem Tisch in jedem Haushalt ein Computer steht.“
  • Oder von Walt Disney: „Wir werden Millionen Menschen fröhlich machen.“
  • Amazons Vision ist einfach und groß, lässt aber kalt: „Es ist unsere Vision, das kundenzentrierteste Unternehmen der Welt zu werden; einen Ort zu schaffen, wo Menschen alles finden und entdecken können, das sie online kaufen möchten.“
  • Das gilt auch für Google: „Zugang zu den Informationen der Welt mit nur einem Klick gewähren.“

Die kleine Schwester der Vision ist die Mission. Sie beginnt im Heute und beschreibt den Weg, wie Sie Ihre Vision erreichen wollen. Sie fragt etwa „Wodurch unterscheiden wir uns vom Mitbewerb?“

  • Musterbeispiel einer großen, einfachen, wertvollen und emotionalisierenden Mission ist die von Nestlé: „Bessere Lebensmittel erzeugen, so dass Menschen ein besseres Leben haben."
  • Die Mission von LG hingegen berührt rein gar nicht: „Die besten Software-Erstellungsfähigkeiten für unsere Kunden bereitstellen.“

Es ist Aufgabe der Geschäftsleitung, die bestehende Vision und Mission mit dem digitalen Geschäftsmodell in Einklang zu bringen. Zwei Hürden muss sie dabei nehmen. Zum einen hat kaum jemand Erfahrungen mit dem Digitalgeschäft. Die Mannschaft hat sogar Angst davor, weil sie um ihre Jobs fürchtet. Ihre Vision- und Mission-Statements müssen also einfach und (an-)greifbar sein.

Zum anderen tritt das Unternehmen nun nicht mehr nur gegen lokale Mitbewerber, sondern gegen die globale Digitalbranche an. BMWs Konkurrenz heißt dann nicht mehr Audi, sondern Apple und Google. Die Visionen von US-Unternehmen fallen nicht gerade durch Bescheidenheit auf. Machen Sie es ihnen nach. Selbstbewusstsein ist Trumpf!

Digitalvision und -mission gefunden? Morgen geht es um die sechs Gebote der Umsetzung Ihrer Digitalstrategie.

Die Anregungen zu dieser Serie stammen aus dem Buch „Michael Kreawing: Digital Business Strategie für den Mittelstand“.

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