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Bild: Pixabay 

Wir lassen eine Digitalstrategie wachsen (5/17)

14.04.2017 | 07:00 |  Andrea Lehky (DiePresse.com)

Crashkurs Digital Business. Alle reden von Digitalgeschäft, aber keiner weiß, wie man es anpackt. Diese Serie ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Digitalstrategen und solche, die es werden wollen. Folge 5: Jetzt geht’s los: Ihre digitale Business-Strategie

Sie haben ein Ziel, kennen Ihre Wertschöpfungskette und haben alle internen und externen Faktoren durchleuchtet. Jetzt geht es endlich an Ihre künftige Digitalstrategie.

Achtung: Ziel und Strategie werden oft verwechselt. Dabei ist der Unterschied einfach: Zwei Unternehmen können das gleiche Ziel anpeilen – erreichen wird es der mit der besseren Strategie. Alles klar?

Für jede Strategie gilt: Sie formulieren zuerst ein Ziel, bestimmen Ihre IST-Situation, überlegen, mit welchen Strategien Sie von dort zum Ziel kommen und setzen sie um. Bei der Wahl Ihrer Strategien können wir Ihnen nicht helfen, die müssen Sie sich selbst ausdenken.

Wir können Ihnen aber ein paar Spezialitäten nennen, die Sie bei jeder Digitalstrategie berücksichtigen müssen.

  • Da wäre einmal die rasante Geschwindigkeit des Digitalgeschäfts. Einerseits werden Produkte rascher entwickelt und auf den Markt gebracht, andererseits sind die Kunden von Amazon bei den Lieferzeiten verwöhnt. Sie müssen also Ihr gesamtes Unternehmen, von F&E bis Logistik, neu strukturieren. Zwei Tipps dazu: Verknüpfen Sie bestehende Prozesse und beschleunigen Sie sie damit. Und denken Sie über Dezentralisierung, etwa der Lager, nach.
  • Digitalgeschäft lebt von Skaleneffekten. Weil Distanzen immer unwichtiger werden, können macht es wenig Unterschied, ob Sie nur für den deutschsprachigen Raum denken oder gleich bis Asien.
  • Ein wesentlicher Faktor im Digitalbusiness ist die Komplexität. Alle Faktoren beeinflussen einander. Wenn ein kleiner Händler seine Preise senkt, um überhaupt gegen Amazon zu bestehen, reagiert dessen Preisbeobachtung sofort und reduziert die Preise ebenfalls. Ihr vermeintlich isoliertes Handeln kann eine Kettenreaktion auslösen, die alle mitreißt.
  • KMU-Geschäftsführer müssen jetzt stark sein: Früher haben sie Entscheidungen nach Erfahrung und Bauchgefühl gefällt. Diese Macht müssen Sie jetzt an den Computer abgeben. Seine auf Big Data basierenden Entscheidungen sind - leider - meist treffsicherer.

So verheißungsvoll die Digitalisierung auch ist: Sie birgt enorme Gefahren. Die Cyberattacke gegen die US-Firma DYN im Herbst 2016 zog mit einem Schlag 50.000 Computer in Mitleidenschaft. Da ist es überhaupt kein Trost zu wissen, dass die meisten Angriffe gar nicht entdeckt werden. Und ein wenig philosophisch: Niemand kann heute abschätzen, welchen Preis wir dafür zahlen werden, dass wir unser Leben von Computern abhängig machen.

Mit diesem komplexen Schritt, Ihre Digitalstrategie zu formulieren, entlassen wir Sie in das Wochenende. Am Montag geht es frisch gestärkt weiter!

 

Die Anregungen zu dieser Serie stammen aus dem Buch „Michael Kreawing: Digital Business Strategie für den Mittelstand“.

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