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Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Lieber einfach wegschauen

07.04.2017 | 09:30 |  Michael Köttritsch (Die Presse)

Sprechblase. Warum „kollegiale Grüße“ höchst seltsam sind.

Das Grüßen ist ein leidiges Thema. Die Jüngeren pflegten einen schlampigen Umgang damit, sagen die Älteren. Die Älteren verstünden oft nicht, was nicht alles ein Gruß sein kann, sagen nicht nur die Jüngeren.

Gut, es soll hier auch nicht um Un-Grüße wie „Mahlzeit“ gehen, sondern um die „kollegialen Grüße“ als Schlussformel in E-Mails. Die „lieben Grüße“ sind vielleicht zu intim, die „herzlichen“ zu betulich, die „freundlichen“ zu kühl, die „vorösterlichen“ zu religiös. Mag alles sein.

Aber was sollen uns die „kollegialen“ sagen? Dass man im selben Boot sitzt und dafür aber wirklich nichts kann. Oder dass man nur grüßt, weil man eben Kollege ist und sonst gar nicht grüßen und lieber wegschauen würde. Rätselhafter ist nur der Gruß der Sportfunktionäre und Sportvereinsmeier: Die schicken sich muskelbepackte „sportliche“ Grüße.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

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