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Bild: Pixabay 

Österreich ist ein solider Standort für Start-Ups

24.03.2017 | 09:52 |   (DiePresse.com)

Der Wunsch der Österreicher nach selbständiger Arbeit ist im internationalen Vergleich gering. Groß ist die Angst vor den finanziellen Risiken.

Im weltweiten Schnitt will jeder zweite Arbeitnehmer sein eigener Chef sei. In Österreich hingegen ist der Wunsch nach beruflicher Selbständigkeit mit nur 30 Prozent sehr schwach ausgeprägt. Genau genommen liegt Österreich damit auf dem viertletzten Platz von 33 Ländern, in denen die Umfrage zum Randstad Workmonitor im 1. Quartal 2017 stattgefunden hat.

Die Schlussfolgerung, dass diese Zögerlichkeit mit finanziellen Risiken zusammenhängt, liegt nahe. Nur 37 Prozent der Österreicher würden sich selbständig machen, wenn nicht die Angst vor einer Unternehmenspleite zu groß wäre. Österreich liegt damit weltweit auf dem drittletzten Platz – im globalen Durchschnitt würden 57 Prozent der Befragten eine Unternehmensgründung bei geringerem Risiko in Erwägung ziehen.

Ein wenig risikofreudiger wären die Österreicher allerdings bei Verlust des derzeitigen Jobs: Weltweit „nur“ für 47 Prozent der Befragten ein Grund, um eine Unternehmensgründung anzustreben – aber jeder dritte Arbeitnehmer hierzulande würde in dem Fall den Schritt in die Selbständigkeit erwägen. Man liegt also auch hier ebenfalls unter dem internationalen Schnitt – nähert sich diesem aber an.

Österreich wird als solider Standort für Start-Ups bewertet

Dabei wird Österreich an sich nicht als schlechter Standort zur Gründung von Start-Ups gesehen. 56 Prozent der Befragten glauben, dass Österreich ein guter Standort für ein Start-Up-Unternehmen ist – was genau dem weltweiten Schnitt entspricht. Auch die Frage, ob die Regierung aktiv die Gründung von Start-Ups unterstütze, bejahen 56 Prozent der Befragten – in diesem Fall landet Österreich damit aber sogar im oberen Drittel und verpasst nur knapp die Top-10.

KMU, Konzern oder Start-Up?

Wenn es darum geht, Mitarbeiter für sich zu gewinnen, haben Start-Ups es schwieriger. Die Mehrheit der Befragten (63 Prozent) würde gerne in einem mittelständischen KMU arbeiten und mehr als jeder Zweite ebenso gerne in einem internationalen Konzern. Für die Mitarbeit in einem Start-Up könnten sich hingegen nur 39 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer begeistern.

Möglicherweise liegt auch dies im Vorsichtsdenken der Österreicher, die damit unter den letzten 7 Plätzen landen. Denn Start-Ups können in der Regel nicht die gleiche wirtschaftliche Sicherheit wie ein etabliertes Unternehmen bieten. Die traditionellen Vorzüge eines Start-Ups – z.B. flache Hierarchien oder aber die Möglichkeit, ein Unternehmen in der Entstehung mit zu formen – führen dazu, dass jüngere Menschen (48 Prozent) sich ein Start-Up eher als Arbeitgeber vorstellen könnten als die älteren Befragten (31 Prozent).

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