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Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Vernebelt

21.03.2017 | 14:57 |  Andrea Lehky (DiePresse.com)

Kolumne "Führungsfehler". Es gäbe Beschwerden über ihn, sagte die Geschäftsführerin dem Buchhaltungschef, als sie ihn am Gang traf. Weshalb?, fragte er. Das sagte sie ihm nicht.

Sie schüttelte nur mahnend den Kopf und ging weiter. Verwirrt blieb der Buchhaltungschef zurück. Wegen der Spesenabrechnung des Star-Verkäufers, bei dem er die Mehrwertsteuer urgiert hatte? Oder weil er aufgezeigt hatte, dass die Tankrechnung des IT-Chefs mehr Liter auswies als der Tank fasste? Mehr und mehr Beispiele kamen ihm in den Sinn. War es denn nicht seine Aufgabe, bei Ungereimtheiten nachzuhaken?

Täuschte er sich oder sah ihn der Controller schief an? Und warum wandte sich der IT-Chef ab, wenn er ihm beim Kaffeeautomaten begegnete? Der Buchhaltungschef zog seine Vertrauten zu Rate. Die wussten auch nichts, hielten aber fortan Distanz zu ihm. Meinte er.

In seiner Arbeit wurde er immer unsicher. Fragte nicht mehr nach, winkte Unklares durch, um nur ja nicht anzuecken. Schlief schlecht, weil sein Kopf nicht mehr zur Ruhe kam. Schluckte Tranquilizer.

Nach ein paar Monaten wurde er gekündigt. Weil seine Leistung nachgelassen hatte, sagte die Personalchefin.

Mehr wisse sie auch nicht.

 

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Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle "Führungsfehler" finden Sie hier.

 

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