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Bild: Pixabay 

Paranoia als Managementkompetenz

16.03.2017 | 07:15 |  Michael Hirt (DiePresse.com)

Kolumne "Hirt on Management". Folge 42. Vom sechsten Sinn für Bedrohungen und kommende Überraschungen.

In unserer Rubrik "Hirt on Management" beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach und Keynote Speaker, alle zwei Wochen Fragen von Managern zu herausfordernden Situationen und kritischen Entscheidungen.

Frage:

Manchmal hört man, dass Topmanager konstruktive Paranoia benötigen. Was ist damit gemeint?

Michael Hirt antwortet:

Es ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Topmanagers, sein Geschäft gegen die Angriffe von anderen zu verteidigen und die Bedrohungen für sein Geschäft rechtzeitig zu erkennen und in Chancen umzuwandeln.

Das gilt insbesondere für Manager von erfolgreichen Unternehmen, denn der Erfolg enthält in sich immer schon den Keim des Scheiterns, in der Form von Überheblichkeit und Selbstzufriedenheit, die durch eine Veränderung in Technologien, Wettbewerb oder Regulierung, schnell zum Scheitern des gesamten Unternehmens führen können.

Der langjährige CEO von Intel, Andy Grove, eine Ikone der Silicon Valley, hat es auf den Punkt gebracht: nur die Paranoiden überleben.

Gute Topmanager haben einen sechsten Sinn für Bedrohungen und kommende Überraschungen. Sie sind gut darin, in Szenarien zu denken und sich in schillernden Farben auszumalen, was alles passieren könnte und was getan werden muss, um sich dafür zu wappnen.

Ihre Mitarbeiter macht diese ausgeprägte Vorstellungskraft, bzw. angewandte Paranoia, mancher Topmanager, oft einigermaßen nervös, aber wenn es um die Zukunft des Unternehmens geht, dann ist es eben nicht immer möglich, dass das Leben ein langer, ruhiger Fluss ist.

Das Wichtigste in Kürze

Winston Churchill hat es in seinem berühmten "Never Give In"-Speech in Harrow am 29. Oktober 1941 zusammen gefasst: "Manchmal macht die Vorstellungskraft die Dinge viel schlimmer, als sie sind. Doch ohne Vorstellungskraft kann nicht viel getan werden. Diejenigen, die Vorstellungskraft haben, sehen viel mehr Gefahren als es gibt, sicherlich viel mehr als geschehen wird. Aber dann müssen sie auch beten, den zusätzlichen Mut zu erhalten, um mit dieser weitreichenden Vorstellungskraft zu leben. "

In „Hirt on Management“ beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor alle 2 Wochen Fragen von ManagerInnen zu herausfordernden Situationen und kritischen Managemententscheidungen.

 

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 30. März 2017 zur Frage: Telefonkonferenzen überleben

Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

 

Dr. Michael Hirt, geboren 1965 in Wien, ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu schnellen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, Kanada (McGill) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

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