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Susanne Dohrmann
Susanne Dohrmann / Bild: Akos Burg 

800.000 Leute gesucht

15.03.2017 | 08:00 |  Michael Köttritsch (DiePresse.com)

Berufseinstieg IT. Neugierde von Vorteil: In der IT entstehen beinahe täglich neue Jobs.

Jobgarantie gibt es zwar keine. Doch wer technik-, technologie- und/oder IT-affin ist, hat momentan sehr gute Chancen, einen Job zu finden. Die EU-Kommission errechnete kürzlich, dass bis 2020 rund 800.000 IT-Fachkräfte in der EU fehlen. Österreichs Wirtschaft würde aktuell schon jetzt 3000 weitere benötigen.

Bunt wie das Leben. Und das Spezielle ist: "Es gibt so viele Jobs, von denen man gar nicht weiß, dass es sie gibt." Das sagt Susanne Dohrmann. Die 27-Jährige arbeitet im Business Intelligence Competence Center der A1 Telekom Austria. Sie hat zunächst einen interdisziplinären Bachelor in Kulturwissenschaften, Wissensmanagement und Logistik absolviert, eine Design-Thinking-Ausbildung genossen und einen Master in Management, Information Systems and Innovation angehängt. Kein Einsteiger könne am Anfang alle Jobmöglichkeiten überblicken, sagt sie. Sie rät daher dazu auszuloten, welche Ecke einen am meisten interessiert. Und sich die Zeit zu nehmen, sich mit anderen über deren Jobs und tagtäglichen Aufgaben zu unterhalten.

Lernen, Lernen, lernen. Sie selbst hat Anfang 2015 in der IT-Abteilung begonnen und war im März 2016 in ihren aktuellen Job übersiedelt. Dahinter versteckt sich, "datengetriebene Entscheidungen" vorzubereiten.

Sie können zwar auch programmieren, sagt Dohrmann, doch besonders interessiere sie die sozial- und managementwissenschaftliche Perspektive: Was machen Menschen mit den neuen Informationstechnologien, und was macht die Digitalisierung mit den Menschen? Genauso widmet sie sich Konzepten für Software-Entwicklung, den Chancen und Risken von Big Data und Cloud Computing.

Auch Dohrmann musste sich wie viele ihrer Kollegen erst ein Bild von den Jobmöglichkeiten machen. Und da das Umfeld so dynamisch ist, wird sich ihr Aufgabengebiet ohne Zweifel bald wieder verändern. Um fit zu bleiben, gilt daher: neugierig sein und lernen, lernen, lernen.

Finden, was Spass macht. Wie vielfältig die Branche ist, zeigt auch die Karriere von Thomas Wehba. Seit sieben Monaten werkt er im Supportteam von Gekko IT-Solutions, einem Wiener IT-Haus. Davor hat der 34-jährige Purkersdorfer fünf Jahre lang als Programmierer gearbeitet. Das nötige Wissen hat er sich in vielen Kursen angeeignet, denn ursprünglich wollte er Grafiker oder Musiker werden. Klar habe ihm das Programmieren auch Spaß gemacht. Doch das, was er jetzt mache, passe eben noch besser zu ihm: Heute kümmert er sich um einen der Gekko-Kunden, die Westbahn. "Der Kundenkontakt ist mir wichtig", sagt Wehba. Und die Aufgabe im Support bringe auch die gewünschte Abwechslung mit sich: "Sie ist intellektuell fordernd, und man ist mit verschiedenen Themen befasst."

Hinter den Kulissen. Wer in den Technik- bzw. IT-Bereich einsteigen möchte, dem empfiehlt Wehba, sein eigenes technisches Verständnis unter die Lupe zu nehmen und logisches Denkvermögen mitzubringen. Und, sagt er, man sollte sich auch das Unternehmen gut ansehen: das Team, die Räumlichkeiten, wie gearbeitet werde. Denn anders als bei Gekko, meint er, gebe es auch Unternehmen, in denen es relativ steif zugehe. Schließlich möchte sich jeder im Büro wohlfühlen.

Studieren zahlt sich aus. Wehbas Karriere zeigt sehr deutlich: Wer sich für Technik, Technologie und IT begeistert, muss nicht unbedingt studiert haben. Allerdings es macht sich durchaus bezahlt: auf dem Konto. HTL-Absolventen dürfen mit gut 28.000 Euro brutto rechnen, FH-Absolventen eines technischen Bachelorstudiums mit rund 32.000 Euro. Und wer den Master an der FH bzw. Universität anhängt, bekommt im Schnitt 37.200 bzw. 37.900 Euro überwiesen.

1 Kommentare
RedDiabolo
17.03.2017 13:00
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Österreichs Wirtschaft würde aktuell schon jetzt 3000 weitere benötigen?

Ich wundere mich immer wieder über die Meldungen, dass so viele IT-Jobs zu besetzen sind.

Bin selber 45+ und musste schon mehrmals feststellen, dass selbst in der IT-Branche einfach kein Platz mehr für ältere MA ist. da kann die Wirtschaft jammern was sie will, so groß kann der Mangel an Spezialisten gar nicht sein, wenn MA über 45 keinen Job mehr bekommen.

Der einzige Grund warum so gejammert wird, ist der, dass die Firmen billige Fachkräfte aus dem Ausland haben wollen. die dürfen erst angestellt werden wenn die "vielen offenen Stellen" nicht besetzt werden können!
Also werden fleißig Stellen inseriert (die dann gar nicht zu besetzen sind), wird fleißig gejammert, dass kein Personal zu finden ist UND dann ENDLICH dürfen die billigen Ostarbeitskräfte den heimischen IT Markt ordentlich nach unten drücken.
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