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Bild: Pixabay 

Chinas Investoren am europäischen Markt

20.02.2017 | 14:47 |   (DiePresse.com)

Chinesische Investoren interessieren sich vor allem für M&A-Deals in den Branchen Investitionsgüter und Technologie sowie Automobil, ergibt der "European Private Equity Outlook 2017".

Die Stimmung ist getrübt. Nur noch gut die Hälfte der Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit einer steigenden Anzahl von M&A-Transaktionen mit Private Equity (PE)-Beteiligung. 2016 waren es noch fast zwei Drittel.
Die stärkste PE-Aktivität erwarten sie in Spanien, Portugal und Deutschland, während der Ausblick für Großbritannien und Griechenland am schlechtesten ist.
Top-Thema 2017: Der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Investoren, die sich vor allem für M&A-Deals in den Branchen Investitionsgüter und Technologie sowie Automobil interessieren. Das zeigt der "European Private Equity Outlook", für den Roland Berger wie in den Vorjahren europaweit Private Equity Investoren befragt hat.

Wirtschaftspolitische Instabilität bremst Akquisitionen ab

"Das Vertrauen der Investoren in die politische Stabilität nimmt gerade deutlich ab", sagt Roland Falb, Managing Partner von Roland Berger Wien. Bedingt sei dies aufgrund von Unsicherheiten, die sich aus der neuen amerikanischen Regierung, dem Brexit sowie den anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland ergeben.

So befürchten fast drei Viertel der Studienteilnehmer für 2017 eine Verschlechterung der wirtschaftspolitischen Stabilität – mit negativen Folgen für den gesamten M&A-Markt.
Erwarteten 2016 noch 64 Prozent der Investoren eine steigende Anzahl von Akquisitionen, so sind es jetzt nur noch 52 Prozent.

Die Auswirkungen der politischen Instabilität zeigen sich auch in der in der geografischen Differenzierung: Für Großbritannien erwarten die Befragten einen Rückgang der PE-Aktivitäten um 2,1 Prozent, damit ist es im Länderranking am letzten Platz, noch vor Griechenland (-1,6 Prozent). In den übrigen europäischen Ländern wird dagegen eine Zunahme der PE-Aktivitäten erwartet, allen voran in Spanien und Portugal (jeweils 2,6 Prozent) und Deutschland (2,4 Prozent). 

Die meisten Akquisitionen mit PE-Beteiligung sehen die Studienteilnehmer in der Technologie- und Medien-Branche (72 Prozent), gefolgt von Pharma und Healthcare (68 Prozent). Die geringste Aktivität wird für die Branchen Energie (19 Prozent), Bau (18 Prozent) und Automobil (16 Prozent) prognostiziert.

Diese Tendenz zeige das Interesse der Investoren in Firmen mit innovativen Technologieansätzen, erklärt Roland Falb.

Chinesische Investoren auf dem Vormarsch

Zugang zum umkämpften europäischen Markt durch Schlüsseltechnologien versprechen sich vermehrt auch chinesische Investoren. So erwarten 57 Prozent der Befragten, dass der Wettbewerb durch chinesische Finanz- und strategische Investoren weiter zunimmt.

Besonderes Interesse der Chinesen sei in den Bereichen Investitionsgüter und Maschinenbau (22 Prozent), Automotive (16 Prozent) sowie Technologie und Media (16 Prozent) zu finden.

Dabei gehen die PE-Experten vor allem von kleinen und mittelgroßen M&A-Deals aus: Für die Klasse bis zu 50 Millionen Euro erwarten 63 Prozent ein Wachstum. Bei Transaktionen bis zu 100 Millionen Euro erwarten dies 53 Prozent und in der Gruppe bis 250 Millionen Euro gehen noch 40 Prozent von einem Zuwachs aus.

Investoren setzen auf Portfoliomanagement

Um den Wert der erworbenen Firmenbeteiligungen zu steigern, planen 88 Prozent der befragten Private Equity-Gesellschaften, verstärkt auf das aktive Portfoliomanagement zu achten.

Mehrwert im Portfolio wollen europäische Investoren zudem durch weitere Zukäufe (34 Prozent) sowie durch die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen in den Beteiligungen erreichen (24 Prozent).

Aspekte wie ein optimiertes Pricing, Kostensenkungsmaßnahmen oder ein angepasste Marktpräsenz (jeweils 8 Prozent) spielen dabei nur noch eine untergeordnete Rolle.

 

1 Kommentare
Mariee
17.05.2017 09:29
0 0

Investitionen

Wenn die Chinesen soviel Geld haben, können sie ruhig mal in wachstumsstarke Regionen investieren, damit die Wirtschaft gedeiht. Niedersachsen hat einen attraktiven Arbeitsmarkt mit vielen interessanten Stellen (vgl. https://www.niedersaechsischer-jobanzeiger.de/ ) und ist geprägt von der Automobil- und Maschinenbau-Branche. Das sind genau die Bereiche, wo Geld investieren will.
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