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Manuel Bräuhofer, Manuela Lindlbauer, Monika Poeckh-Racek, Conrad Pramböck, Manuela Vollmann und Michael Köttritsch (v. r.) diskutierten die gläserne Decke.
Manuel Bräuhofer, Manuela Lindlbauer, Monika Poeckh-Racek, Conrad Pramböck, Manuela Vollmann und Michael Köttritsch (v. r.) diskutierten die gläserne Decke. / Bild: [ Novomatic ] 

Wie man die gläserne Decke durchbricht

19.02.2017 | 08:00 |  Elisabeth Stuppnig (Die Presse)

Wo sind die weiblichen Führungskräfte? Österreich hat topausgebildete Frauen: Dennoch fehlen in vielen Unternehmen die nötigen Strukturen, die Müttern nach der Karenz den Wiedereinstieg und den Aufstieg ermöglichen.

Monika Poeckh-Racek ist Mutter und vollzeitberufstätig – als Vorstandsvorsitzende von Admiral Casinos und Entertainment.
Auf der Podiumsdiskussion „Gläserne Decke 2.0“ im Rahmen des Novomatic Stakeholder Dialogs erzählt sie, dass sie nur dank ihres Netzwerkes an Freunden, Verwandten und Babysittern diesen Spitzenposten annehmen konnte. Sie will für andere ein Role Model sein und rät, klar zu kommunizieren: „Ich will Kinder. Und trotzdem Karriere machen.“ Für Frauen sei wichtig, das eigene Können, Wollen und Dürfen zu thematisieren: „Nur die wenigsten werden von selbst entdeckt.“

So aufzutreten fällt vielen Frauen schwer. Was tun?
Ruhig einmal narzisstisch sein – wie ein Mann. Dazu rät Diskutant Conrad Pramböck, HR-Berater bei Pedersen & Partners, nicht ohne Provokation. Für ihn sind die USA das Paradebeispiel einer männerdominierten Gesellschaft, in der Alphas und Blender wie Donald Trump erfolgreich seien: Beides werde generell Männern zugeschrieben.

So ein „subconscious bias“, also ein unterbewusstes Vorurteil, gelte es zu durchschauen und zu brechen, sagt Manuel Bräuhofer, Ethnomarketer und Gründer von Brainworker. In weiterer Folge müssen Unternehmen auf die neuen Rollenbilder reagieren.

„Kein Management by Hoppala“

Familie und Job zu vereinbaren, sei keine reine Privatsache, sagt Manuela Vollmann, sondern in erster Linie Managementthema. Die Geschäftsführerin von abz*austria, das die Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt zum Ziel hat, hält fest: „Mütter einzugliedern darf nicht beiläufig passieren, als Management by Hoppala.“

Auch für Manuela Lindlbauer, Geschäftsführerin von Lindlpower, sind zwei Jahre Karenzzeit in punkto Wiedereingliederung mehr Fluch als Segen. Vielmehr könne auch Vätern zugemutet werden, längere Zeit zu Hause zu bleiben. Ein Plus für das Unternehmen: Nach ihrer Rückkehr bringen sie neue soziale Kompetenzen mit.

In Summe brauche es Rahmenbedingungen, die flexibles Arbeiten ermöglichen. Das heiße etwa, Meetings nicht um 17 Uhr anzusetzen, wenn Eltern ihre Kinder abholen müssen. Oder „Meetings auch einmal im Kaffeehaus abzuhalten“, sagt Pramböck.

Daneben ermögliche auch Jobsharing, Verantwortung aufzuteilen und Frauen in Führungspositionen zu holen. Das bringe ein zusätzliches Plus: Gemischte Führungsteams erzielen bessere wirtschaftliche Ergebnisse.

3 Kommentare
Carlos2015
17.08.2017 15:26
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Frühstücksdirektorin

Ja bei einem Unternehmen wie Admiral wo Vorstandsvorstandsvorsitzende nichts zu sagen hat, nur dort sitzt, weil sie einen Titel trägt und blond ist!
Vollzeit heißt dort 09–14:00 Uhr und freitags Homeoffice :-) mit hohem Gehalt und schickem Wagen! So ist es einfach Mutter zu sein!
HLMF
20.02.2017 15:25
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Familie und Karriere ist eine private, persönliche Entscheidung!

Was heisst Familie und Job zu vereinen ist ein Managementthema? Natürlich ist es zeitgemäß, Arbeitszeiten flexibler zu gestallten soweit dies möglich ist. Dagegen ist aber die Gewerkschaft! Natürlich kann einen Vater zugemutet werden längere Zeit zu Hause zu bleiben, - nur dies sollen sich die Paare selbst ausmachen! Und warum hat eine Vater mehr soziale Kompetenz, wenn er länger zu Hause ist ?????
Aus diesem männerfeindlichen Artikel kann abgeleitet werden, dass alle Männer Blender sind! Ich bin selbst seit fast 20 Jahren im Management tätig. Geplante Meetings werden nicht um 17.00 angesetzt! Solche Meetings sind ein Notfall und Jede(r), egal ob Frau oder Mann, muss im Management sein Leben so organisiert haben, dass Sie oder Er verfügbar ist.
kapitan34
19.02.2017 10:59
0 0

Männerfeindlichkeit

wird hier wieder mal groß geschrieben. "Eine Frau sollte narzistisch sein so wie Männer" -toll alle Männer sind also narzistisch und der Narzismus ist plötzlich positiv und die Frau in der fortwährenden Opferrolle und daher weniger geeignet in Führungsrollen zu gelangen. Eine narzistische Persönlichkeit ist immer schlecht auch wenn die Autorin dies als was positives darstellt. Aber die Verdrehung der Tatsachen -Negatives als was Positives darzustellen ist der Versuch Werte zu zerstören.
Vielleicht möchten viele Frauen dieses harte Spiel an der Spitze von Unternehmen einfach nicht mitmachen und recht haben Sie! Die Presse wird leider auch immer feministischer
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