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Bild: Pixabay 

Immer diese Rechtschreibfehler

12.02.2017 | 09:00 |  Michael Köttritsch (Die Presse)

Bücher. Was ein Text braucht, um als Fachbuch bei Verlagen eine Chance zu haben.

Was haben Recruiter und Lektoren gemeinsam? Sie haben es ständig mit Rechtschreibfehlern zu tun – in den Lebensläufen bzw. in den Manuskripten und Exposés. Das ist natürlich bösartig und hat doch einen (unerfreulichen) wahren Kern. Der erste Eindruck, den die Bewerber da wie dort hinterlassen, entscheidet.

Auch sonst verbindet die beiden Tätigkeiten wesentlich mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Recruiter wie Lektoren müssen viel recherchieren und prüfen: die Fachkompetenz genauso wie das Vermarktungspotenzial – mit anderen Worten, ob sich eine Zusammenarbeit für das Unternehmen auch wirklich lohnen kann.

Eine eigene Methode dafür hat Verena Minoggio-Weixlbaumer vom Goldegg Verlag entwickelt, wie sie an Manuskripte herangeht: die Slum-Methode.

► Das S steht dabei für Substanz. Was kann der Autor, was der Inhalt? Ist der Text wissenschaftlich fundiert oder werden hauptsächlich eigene Erfahrungen und (im Internet) Recherchiertes zusammengetragen? Ist das ein Thema aus dem „Bauchladen“ des Autors, nimmt er sich des Themas vielleicht auch auf seiner eigenen Website an und wie ist er in der jeweiligen Szene positioniert?

► L wie Lesernutzen. „Jedes einzelne Kapitel soll dem Leser etwas Neues bringen“, sagt Minoggio-Weixlbaumer.

► U wie Unterhaltungswert. Auch wenn es um ein ernstes, seriöses Thema geht – und das ist bei der sogenannten Managerliteratur ja meist der Fall –, ein Buch ist und bleibt ein Unterhaltungsinstrument. Entsprechend sollten Autoren auch das Storytelling im Hinterkopf haben oder je nach Thema Fälle schildern oder persönliche Erfahrungen einbringen.

► M wie Message. Bereits im Exposé muss klar werden, welche Botschaften mit dem Buch transportiert werden sollen. Wie gut das gelingen kann, hängt immer auch von der Person des Autors ab.

Wie man Lektor wird

Beinahe unüberschaubar ist das Angebot der Schreibcoaches für potenzielle Buchautoren.
Eher ein Nischenprodukt hingegen ist der Lektorats- und Korrektoratskurs, den Goldegg anbietet und der im April startet. Der viertägige Kurs richtet sich an Menschen, die in die Verlags- bzw. Buchbranche drängen, ebenso wie an Autoren, die ihren Stil verbessern wollen oder planen, ein Buch zu schreiben.

 

www.goldegg-training.com/kurse/

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