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Schöner streiten: Der Werkzeugkasten, Part 1

01.03.2017 | 08:37 |  Andrea Lehky (DiePresse.com)

Folge 7/9: Keine unserer neun Techniken kann garantieren, dass Sie nie wieder in einen Konflikt geraten. Aber jede einzelne erhöht Ihre Chancen.

1. Ändern Sie das Spiel. Wenn Sie merken, dass Sie und Ihr Gesprächspartner sich gerade aufschaukeln, steigen Sie auf die Bremse, atmen Sie tief durch, lächeln und bringen das zur Sprache. Aber bitte freundlich: „So kommen wir nicht weiter. Lass und überlegen, wie wir das lösen.“ Oder: „Sag mir doch mal, was du erreichen willst. Und dann schauen wir, wie wir das schaffen.“ Oder: „Und was schlägst du vor?“ Das Geheimnis, damit eine Meinungsverschiedenheit erst gar nicht eskaliert, ist Ihre innere Haltung: Weg vom Streiten, hin zum Lösen.

2. Unterstellen Sie dem anderen erst mal nur gute Absichten. Schon Goethe sagte: "Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein könnten." Gehen Sie ruhig davon aus, dass der andere nur Gutes will – bis zum Beweis des Gegenteils.

3. Es gibt eine magische Frage, die so einfach wie wirkungsvoll ist. Sie lautet: „Wie siehst du die Situation?“ Sie hilft Ihnen, die Position Ihres Gegenübers besser zu verstehen. Sie signalisieren Respekt und Wertschätzung, Sie schaffen eine tragfähige Beziehungsebene und die Basis für eine gute Lösung, und Sie deeskalieren den Konflikt. Augenblicklich. Obendrein kommt jetzt das Phänomen der Reziprozität zum Tragen: Wenn Sie Ihr Gegenüber nach seinem Standpunkt fragen, gebietet ihm die Höflichkeit, sich seinerseits nach Ihrem Standpunkt zu erkundigen. Und schon versteht auch er Sie besser.

 

Weitere drei Techniken lesen Sie morgen in unserer Serie "Schöner streiten".

Die Anregungen zu dieser Serie stammen aus dem Buch „Psychologisches Konfliktmanagement“ von Werner Schienle und Andreas Steinborn (Springer Verlag 2016).

 

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