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Burnout adé

19.01.2017 | 10:17 |  Elisabeth Stuppnig (DiePresse.com)

In Wien wurde das Wiener Resilienz-Modell der Wirtschaftskammer Wien vorgestellt. Ziel sind weniger Krankenstände.

Food - Move - Mind: Das sind die drei Bereiche an denen laut WKO gearbeitet werden soll, um glückliche und dadurch produktive Mitarbeiter im Unternehmen zu beschäftigen. Hier setzt auch das Wiener Resilienz-Modell (WRM) an.

„Startschuss für Bürger“

Im Vorjahr wurde es entwickelt, nun soll das Modell laut Harald Haris G. Janisch, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung der Wirtschaftskammer Wien, sowie Initiator des WRM, das „Herzstück“ von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) bilden und als Lebensrollenmanagement in Unternehmen verankert werden. Es solle Berufstätigen möglich sein, alle Lebensrollen wahrzunehmen, um Lebenskräfte zu aktivieren - und schließlich produktiver zu sein.

„Resilienz“ im Sinne des Modells meint die Widerstandsfähigkeit und das Aktivieren von Selbstheilungskräften gegenüber schädlichen Einflüssen.
Die sind zum einen im Unternehmen selbst (man denke an Zeitdruck, bildschirmbedingte Augenprobleme, Nacken- oder Rückenschmerzen), aber auch im privaten Umfeld der Mitarbeiter zu finden.

Wie das Wiener Resilienz-Modell nutzen?

Ein Beispiel für ein gefördertes Programm ist das von der AUVA mitfinanzierte und vom Sozialministerium organisierte „fit2work“-Programm. Es ermöglicht Unternehmern, kostenlos den Ist-Zustand des Unternehmens zu evaluieren. Das WRM-Modell sehe danach vor, gemeinsam mit Resilienz-Experten Harmonie zwischen Arbeits- und Lebenswelt der Arbeitsnehmer zu schaffen.
Die 400 bis 500 Resilienz-Experten sind ausgebildete Lebens-und Sozialberater und bieten durch Ernährungs-, sportwissenschaftliche und psychosoziale Beratung Unterstützung an.

Was also tun, wenn im Unternehmen Burnout-Gefahr besteht? Als Ansprechpartner stehen zur Verfügung: die Fachgruppe der Resilienz-Experten, die AUVA, das fit2work-Programm oder der UBIT-Arbeitskreis.
Anschließend erheben BGM-Consultants in Gesprächen mit Betriebsrat, Geschäftsführung oder Personalverantwortlichen die Problemlage und besprechen die weitere Vorgehensweise.

Infobox

Mehr Informationen zum Wiener Resilienz-Modell unter: Wiener Resilienz-Modell


fit2work ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung. Sie wird vom Sozialministerium, dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), dem Bundesministerium für Finanzen (BMF), sowie dem AMS, der Pensionsversicherungsanstalt, der AUVA und den Sozialversicherungen (Gebietskrankenkassen) durchgeführt.

Der Diplom-Lehrgang Betriebliches Gesundheitsmanagement
des wifi-Wien startet im November 2017 und richtet sich an Unternehmensberater, Personalverantwortliche oder aber auch Geschäftsführer

 

 

1 Kommentare
WienerInnen
20.01.2017 13:08
0 0

Interessanter Lösungsansatz

Nun ja, es ist erstaunlich wie man Problemen der Mitarbeiter begegnen wird.

Offensichtlich ist man zu dem Schluss gekommen, dass sie an ihrem Burnout selbst schuld.

Nicht die wirtschaftliche Situation des Arbeitgebers oder das politische Umfeld spielen eine Rolle,
sondern nur ob der Mitarbeiter Rad fährt, seine Karotten nicht zu lange dünstet und dabei Yoga-Entspannungsübungen macht.

BRAVO!

Das ist ein löblicher Lösungsansatz! Aber nur für die 400-500 Lebens-und Sozialarbeiter die jetzt von der Allgemeinheit bezahlt werden wollen.
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