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Wer einen Coach braucht ist ein Dodl?

19.01.2017 | 07:00 |  Michael Hirt (DiePresse.com)

Kolumne "Hirt on Management". Folge 38. Wie Sie als Manager ohne Umwege zum Ziel kommen.

In unserer Rubrik  "Hirt on Management" beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach und Keynote Speaker, alle zwei Wochen Fragen von Managern zu herausfordernden Situationen und kritischen Entscheidungen.

Frage:

Ich habe mitbekommen, dass ein Top-Manager meines Unternehmens einen Coach hat. Ist das nicht eigentlich ein Beweis für seine Inkompetenz?

Michael Hirt antwortet:

Letztens habe ich mit einem Bekannten im Top-Management eines globalen Konzerns in der Baumaterialbranche ein längeres Gespräch geführt. Dabei hat er erwähnt, dass sein Konzern eine sehr "männliche" Umgebung sei.
Das hat mich zuerst einmal stutzig gemacht und ich habe nachgefragt, was er unter einer "männlichen" Umgebung meint. Er hat mir dann erklärt, dass in diesem Konzern alle Manager, so von sich überzeugt sind, dass sie davon ausgehen niemals Berater, Coaches u.Ä. zu benötigen, also vollkommen "beratungsresistent" sind.
Hört sich beim ersten Hinhören toll und selbstbewusst an, oder?
Werfen wir mal einen Blick in eine andere vermeintliche "Machokultur" wie z.B. die Welt des Boxens.
Kein Weltklasseboxer würde jemals auf sein umfassendes Team an Trainern, Coaches, Beratern und anderen Unterstützern am Weg zum Erfolg verzichten.
Die Anforderungen an Führungskräfte ähneln stark der Situation von Spitzensportlern: starker Wettbewerb, hoher Erfolgsdruck, 100%ige Leistung erforderlich, hohe Visibilität, starke physische und psychische Belastung.
Begabte Spitzensportler möchten ihren persönlichen Coach keinesfalls missen und genauso sollten das erfolgreiche Führungskräfte sehen, die noch erfolgreicher werden möchten.
Denn was zählt, sind die Ergebnisse und nicht ob ich sie alleine oder mit Unterstützung erreicht habe.
Im Gegenteil, je schneller ich meine Ziele erreichen kann, umso besser, denn wir verfügen nur über eine begrenzte Lebenszeit und jede Minute ist kostbar.
Wenn ich also durch einen Berater, Coach oder Trainer eine Beschleunigung, Qualitätserhöhung und insgesamt einen hohen Return-on-Investment erreichen kann, dann sollte ich das tun. Das ist weder "männlich", noch "weiblich", sondern einfach gutes Management.

Das Wichtigste in Kürze

Was zählt, sind die Ergebnisse und nicht ob ich sie alleine oder mit Unterstützung erreicht habe. Wenn ich also durch einen Berater, Coach oder Trainer eine Beschleunigung, Qualitätserhöhung und insgesamt einen hohen Return-on-Investment erreichen kann, dann sollte ich das tun.

 

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 2. Februar 2017 zur Frage: Sind Sie schon „Neuro“? Vom Sinn und Unsinn einer Managementmode.

Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

 

Dr. Michael Hirt, geboren 1965 in Wien, ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu schnellen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, Kanada (McGill) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

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