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Was mich glücklich macht

13.02.2017 | 07:30 |  Conrad Pramböck (DiePresse.com)

Kolumne "Karrierewege". Die Vorstellung eines glücklichen Lebens und die Realität weichen oft voneinander ab. Aber: Es gibt drei Möglichkeiten um sich dauerhaften Glück anzunähern.

Es gibt viele Antworten auf die Frage, was Sie brauchen, um wirklich glücklich zu sein. Manche meinen, Sie brauchen einen fixen Job oder ein hohes Gehalt, eine bestimmte Position auf der Karriereleiter oder die Visitenkarte Ihres Wunscharbeitgebers, um endlich glücklich zu sein.

Mehr Geld ist zwar schön, aber für die meisten Menschen kein dauerhafter Motivator. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass nur ein hohes Gehalt das Lebensglück nicht dauerhaft steigert. „Geld allein macht nicht glücklich“, heißt es, „doch es weint sich viel besser in einem Porsche.“

Glück hat mit den objektiven Lebensumständen nichts zu tun. Ich habe Menschen kennengelernt, die von außen betrachtet alles hatten, von einem gut bezahlten Job über einen tollen Dienstwagen und noch dazu eine wunderbare Familie, und trotzdem unglücklich waren.

Das erlebte Glück hängt vielmehr davon ab, wie weit die Realität von Ihrer Vorstellung eines glücklichen Lebens abweicht. Viele unglückliche Menschen scheinen dabei einem Glücks-Perfektionismus nachzuhängen: Entweder sind all ihre Vorstellungen eines glücklichen Lebens erfüllt oder sie sind berechtigterweise unglücklich. Es gibt immer noch eine Kleinigkeit, die nicht passt und sie von ihrem Lebensglück abhält.

Es gibt daher drei Möglichkeiten, wie Sie selbst Ihr Lebensglück dauerhaft steigern können:
1. Sie arbeiten hart daran, Ihr Leben jeden Tag ein bisschen mehr Ihren Vorstellungen eines glücklichen Lebens anzupassen, und Sie feiern und genießen Ihre Erfolge als Früchte Ihrer Arbeit. Jeder kleine Zwischenerfolg sollte Sie glücklich und stolz machen.

2. Sie passen Ihre Vorstellungen eines glücklichen Lebens an. Hinterfragen Sie Ihre Motive und fragen Sie sich mit größter Ehrlichkeit: „Brauche ich das wirklich zum Glücklichsein?“ Mit manchen Dingen wollen Sie sich vielleicht nicht selbst glücklich machen, sondern eher andere Menschen, wie etwa Ihre Eltern oder Ihren Partner.

3. Sie erkennen an, dass das Leben nicht nur schwarz-weiß ist, sondern auch grau und bunt mit vielen Zwischentönen. Nicht alles in Ihrem Leben gibt Ihnen Grund zum Glücklichsein, und manche wahren Herausforderungen sind auch dabei. Sie sind dankbar für Ihre Erfolge in der Vergangenheit, aus denen Sie Zuversicht und Kraft für die Zukunft schöpfen. Gleichzeitig erkennen Sie Ihr Potenzial und die Tatsache an, dass es noch Dinge gibt, die Sie verbessern und zusätzlich erreichen können und die es wert sind, dass Sie ihnen Ihre Aufmerksamkeit und Ihren beruflichen Einsatz widmen.

Es ist gleichgültig, welchen dieser Wege Sie beschreiten, denn alle werden Sie glücklicher machen. Nur eines ist sicher: Äußere Erfolge, wie eine Gehaltserhöhung oder ein neuer Job, sind vergänglich. Es ist gefährlich, das Lebensglück ausschließlich an den äußeren Umständen aufzuhängen, vor allem wenn sie in der Zukunft liegen. Schließlich sind Sie entweder im Hier und Jetzt glücklich oder niemals und unter keinen Umständen.

 

Conrad Pramböck ist Berater und Speaker zu Gehalts- und Karrierethemen. Er leitet bei der Personalberatung Pedersen & Partners den Geschäftsbereich Compensation Consulting.

Die gesammelten Kolumnen sind im neuen Buch "Karrierewege" erschienen. Der Reinerlös des Buchverkaufs kommt Pramböcks Sozialprojekt "Ein Kinderlachen verdienen" zugute.

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