AMS sperrte Jobsuchenden 2016 öfter das Arbeitslosengeld

09.01.2017 | 11:32 |   (DiePresse.com)

Die Zahl der Sperren von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe ist 2016 um 1,34 Prozent (103.804) gestiegen.

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2016 sperrte das Arbeitsmarktservice (AMS) Arbeitslosen oder Notstandshilfebeziehern öfter das Geld als im Jahr davor: Die Zahl stieg - wenn auch nur geringfügig - um 1,34 Prozent.

Als Gründe für die Sperren wurden versäumte Kontrollmeldungen oder Selbstkündigungen genannt. Deutlich öfter wurde das Arbeitslosengeld allerdings wegen Verweigerung oder Vereitelung der Jobaufnahme gesperrt.

"Konkreter Hintergrund der höheren Zahl an Sperren wegen Verweigerung der Arbeitsaufnahme im Vorjahr ist, dass wir deutlich mehr offene Stellen haben und damit auch mehr Vermittlungsvorschläge machen können", sagt AMS-Vorstand Johannes Kopf.

Zahlen und Folgen

16 Prozent der Sperren (2015 waren es 14 Prozent) betrafen Missbrauchsfälle, teilte das AMS am Montag mit.

16.557-mal (+16 Prozent) wurde das Arbeitslosengeld gesperrt, weil die AMS-Kunden den angebotenen Job oder eine Schulungsmaßnahme verweigert oder vereitelt haben. In einem solchen Fall wird das Arbeitslosengeld bzw. die Notstandshilfe für sechs Wochen, im Wiederholungsfall für acht Wochen gesperrt.
Bei gänzlicher Arbeitsunwilligkeit kann das Geld auch ganz gestrichen werden, das kam aber nur in 236 Fällen (+5 Prozent) vor.

Das Gros der Sanktionen (56 Prozent) wurde wegen versäumter Kontrolltermine verhängt. Bleiben Jobsuchende unentschuldigt einem vereinbarten AMS-Termin fern, so kann das Arbeitslosengeld bis zur neuerlichen Kontaktaufnahme vorübergehend gestrichen werden.

28 Prozent der Sperren betrafen die Wartefrist bei Selbstkündigung. Wer seinen Job selbst kündigt, bekommt die ersten vier Wochen kein Arbeitslosengeld. Das traf im Vorjahr 28.741 Personen (-2 Prozent).

Noch mehr Sanktionen als 2016 hatte es im Jahr 2011 (104.000) gegeben. 2012 wurden dann nur mehr 98.900 Sperren verhängt, 2014 dann wieder 101.000 und 2015 rund 102.000.

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