Unternehmen nicht fit für digitales Zeitalter

05.01.2017 | 09:48 |   (DiePresse.com)

75 Prozent der Österreicher glauben, dass ihre Arbeit nicht automatisierbar ist - und, dass ihre Jobs erhalten bleiben.

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Über eine digitale Strategie zu verfügen, ist im Zeitalter von Industrie 4.0 und den Diskussionen rund um „Tech & Touch“ inzwischen ein Muss für jedes Unternehmen – so zumindest sehen das 84 Prozent der weltweit befragten Arbeitnehmer für den Randstad Workmonitor. Und selbst die 400 befragten Österreicher stimmen dem mit 71 Prozent zu – auch wenn Österreich damit die weltweit viertschwächste Zustimmung aufweist.

Österreicher sehen sich nicht im digitalen Zeitalter

Dabei zieht sich wie ein roter Faden durch die Umfrageergebnisse, dass die Österreicher sich noch nicht ganz im digitalen Zeitalter angekommen sehen. 48 Prozent sagen, ihr Unternehmen über eine digitale Strategie, nur 40 Prozent sagen, sie erachteten es als notwendig, sich in diesem Bereich weiterzubilden.

Keine Angst vor Automatisierung

Industrie 4.0 bedeutet u.a., dass viele Jobs im niedrig qualifizierten Bereich durch Automatisierung langfristig wegzufallen drohen. 44 Prozent der weltweit befragten Arbeitnehmer geben durchaus zu, dass ihre Arbeit zu einem Großteil repetitiv ist oder aus Routine-Aufgaben besteht und somit durch Maschinen und Computerprogramme automatisiert werden könnte. Weitaus optimistischer sehen dies allerdings die Österreicher: Niemand glaubt stärker daran, dass die eigene Arbeit nicht automatisierbar ist (75 Prozent). Ob dies nur eine überaus selbstbewusste Einschätzung ist oder sich die Arbeit der Österreicher tatsächlich im weltweiten Vergleich als komplexer erweist, bleibt allerdings unbeantwortet.

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1 Kommentare
Opportunity09
05.01.2017 10:59
0 0

Es wird die ganze Zeit automatisiert

Die ganze kommerzielle IT ist eine Automatisierung von Arbeit, die früher einmal Menschen gemacht haben. Meine Mutter hat jahrelang in einer Kreditabteilung gearbeitet, die manuell Belege zu Krediten und deren Bedienung verwaltet haben und zB auch die Zinsen berechnet haben. Ich habe als Erinnerung noch echte "Folder" zu Hause. Das waren Papierhüllen, in die man Datensätze (Belege) hineingesteckt hat und außen noch was draufschreiben konnte (Metadaten).
Das macht inzwischen schon lange ein Programm mit Datenbank.
Das wird auch weitergehen und ist nichts neues.
Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass viele Unternehmungsleitungen eine stark vereinfachte Vorstellung davon haben, wie ihre Geschäftsprozess laufen. Das ließe sich auch leicht automatisieren, nur sieht die Arbeitspraxis anders aus.
Die Einschätzung der Österreicher könnte durchaus richtig sein, basierend auf der geringen Bereitschaft in Technologie zu investieren.
Wagen Sie mal einen verstohlenen Blick auf die Frontendsysteme großer Möbelketten. Wenn Sie dort eine Win 3.1 Anwendung sehen, haben Sie es eh schon mit einem relativ fortschrittlichen Unternehmen zu tun.
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