Nie wieder manipuliert werden: Übersehen Sie nichts

20.12.2016 | 16:02 |  Andrea Lehky (DiePresse.com)

Folge 9/11. In der letzten Folge haben wir Ihnen geraten, sich nicht von Irrelevantem ablenken zu lassen. Heute geht es darum, nichts Wichtiges zu übersehen.

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Keine Angst: Das heißt nicht, dass Sie jede mögliche Information berücksichtigen müssen. Damit wären Sie heillos überfordert.

Deshalb arbeiten Menschen mit Heuristiken (Faustregeln). Eine solche lautet, die erste Option zu wählen, die gut genug ist. Auch best practices sind Faustregeln. Hüten Sie sich aber von Bestätigungsfehlern. Dabei nehmen Sie nur mehr die Informationen wahr, die mit Ihrer Meinung übereinstimmen:

  • Bei Wahrnehmungsfehlern „übersehen“ sie wichtige Informationen oder lassen sich durch vorab gestreute Informationen beeinflussen.
  • Auch Ihre Erinnerung lässt sich austricksen. Etwa wenn Sie nur nach dem letzten Eindruck bewerten, der alle anderen überlagert (Recency-Effekt).
  • Interpretationsfehler passieren, wenn Sie nur eine mögliche Hypothese in Erwägung ziehen.
  • Eine Meisterin im Wunschdenken war Pippi Langstrumpf: „Wir machen uns die Welt, widdewidde wie sie uns gefällt“ fördert Denkfehler aller Art.
  • Bei logischer Blindheit nehmen Sie Informationen nicht richtig wahr, weil Sie nicht erkennen, dass sie gegen eine Hypothese sprechen.

Was hilft nun gegen Bestätigungsfehler? Halten Sie sich stets die Möglichkeit vor Augen. Fragen Sie unterschiedliche Menschen zu ihren Einschätzungen, aber beeinflussen Sie sie dabei nicht. Zapfen Sie die Schwarmintelligenz an, aber bedenken Sie, dass es auch Schwarmidiote gibt. Betätigen Sie sich als Advocatus Diaboli und fragen Sie sich, wie ein Gegner argumentieren würde. Oder fragen Sie sich einfach, was alles schiefgehen kann.

Nächste Folge (10/11):
Nie wieder manipuliert werden: Bekämpfen Sie Ihre Denkschwächen

Die Anregungen für diese Serie stammen aus dem Buch
Nikil Mukerji: Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstandes, Springer Verlag

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