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Bild: (c) pixabay 

Digitale Trends: Mensch steht im Mittelpunkt

29.01.2016 | 07:00 |   (DiePresse.com)

Der Mensch hat nicht ausgedient. Accenture hat die Trends der digitalen Wirtschaft ermittelt. Das Ergebnis: Gewinnen wird, wer den Menschen in die Mitte rückt.

Neue Technologien, Apps und Programme entwickeln sich mit einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit. Der Konkurrenzkampf der digitalen Anbieter ist groß und der Entwicklungsdruck hoch. Wer sich also an die Spitze setzen will, muss innovativ sein und den Menschen ins Zentrum stellen. Diese Erkenntnis hat das Dienstleistungsunternehmen Accenture in ihrem jährlichen Report Technology Vision 2016 herausgefunden.

Mensch ist Kunde und Mitarbeiter

Stellen Unternehmen den Menschen in den Mittelpunkt gibt es Stoff für neue Ideen, bessere Produkte und einen höheren Marktbedarf. Denn egal ob Apps oder Hardware: Entwickelt und bedient werden sie von Menschen.

„Daher bildet ‚People First‘ die Grundlage der diesjährigen Analyse. Nur diejenigen Unternehmen werden die Chancen der Digitalisierung voll nutzen, die ihre Mitarbeiter befähigen, sich dauerhaft weiterzubilden, um mehr mit digitalen Technologien zu erreichen und bessere Ergebnisse zu erzielen“, sagt Daniel Baur, Managing Director und Technologie-Experte bei Accenture Österreich.

Höher, schneller, weiter

Accenture hat für seine Umfrage mehr als 3.100 Business- und IT-Entscheider befragt. 86 Prozent erwarten in den kommenden drei Jahren Veränderungen, die schneller und tiefgreifender sein werden als je zuvor. Ein Drittel glaubt, dass die Weltwirtschaft bereits maßgeblich von der Digitalisierung beeinflusst wird.

Viele Unternehmen fühlen sich von dieser schnellen Entwicklung überrannt. Die Accenture Technology Vision 2016 zeigt, dass viele Unternehmen einen digitalen Kulturschock erleben, wenn sie mit der Konkurrenz mithalten sollen.

Der Ansatz People First kann ein Ausweg sein. Die neuen Geschäftsmodellen rund um den Menschen, treiben die Digitalisierung voran und gewinnen gleichzeitig neue Kunden. Ein Beispiel ist Virgin America, die einzige Fluglinie mit Hauptsitz im Silicon Valley. Das Unternehmen bot Stammkunden vor dem Börsengang Aktienoptionen an und holte die Kunden dadurch buchstäblich an Bord.

Fünf Trends für die Zukunft

Laut Accenture Technology Vision 2016 gibt es fünf Trends, die die digitale Wirtschaft prägen werden:

1. Intelligent Automation

Führungskräfte forcieren die Automatisierung durch Nutzung von künstlicher Intelligenz, Robotertechnik und Augmented Reality. Diese Technologien verändern die Betriebsabläufe und ermöglichen eine neue, produktivere Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

2. Liquid Workforce

Neue Technologien verändern die Anforderungen an Mitarbeiter. Liquid Workforce ermöglicht es Unternehmen, anpassungsfähige Strukturen sowie Arbeitsumgebungen zu schaffen, um agil und schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Laut Umfrage ist es den Unternehmen wichtig, dass Mitarbeiter flexibel und in der Lage sind, schnell zu lernen und sich fortzubilden.

3. Platform Economy

Führende Unternehmen nutzen plattformbasierte Geschäftsmodelle, um neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen. Sie treiben damit den größten Wandel der Wirtschaft seit der industriellen Revolution voran. Acht von zehn Umfrageteilnehmern (81 Prozent) bestätigen, dass plattformbasierte Geschäftsmodelle in den kommenden drei Jahren zum Kern ihrer Wachstumsstrategie gehören werden.
Durch die Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen bisher getrennten Branchen und Industriezweigen. Es entstehen komplett neue digitale Geschäftsnetzwerke, die Marktführer zu ihrem Vorteil nutzen.

4. Predictable Disruption

Durch die Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen getrennten Branchen und Industriezweigen. Es entstehen neue digitale Geschäftsnetzwerke, die Marktführer zu ihrem Vorteil nutzen. Erfolgreiche Unternehmen beobachten das, analysieren die Entwicklung und sichern sich rechtzeitig Wettbewerbsvorteile. So gaben 81 Prozent der Befragten an, diese Entwicklung in ihrer Branche zu erkennen.

5. Digital Trust

83 Prozent der Befragten erklären, dass Vertrauen der Grundpfeiler jedes digitalen Geschäftsmodells ist. Wollen Technologieunternehmen das Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern und Regulatoren gewinnen, müssen sie hohe ethische Standards zum Bestandteil ihrer Strategie machen. Verbesserte Sicherheitstechnologien allein reichen nicht aus.

 

Accenture beobachtet seit fast 16 Jahren die Entwicklung von Unternehmen und Märkten. Der aktuelle Bericht basiert auf Gesprächen mit Führungskräften aus Konzernen und Start-Ups sowie mit Wissenschaftlern. Außerdem hat Accenture eine weltweite Umfrage mit mehr als 3.100 Business- und IT-Entscheidern durchgeführt.

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