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Keine Chance den „Suderanten“

04.05.2015 | 16:16 |  Bernadette Redl (DiePresse.com)

Wie Teamwork richtig funktioniert und warum besonders die Kommunikation in der Gruppe essenziell ist, erfuhren die Studierenden beim dritten Modul der „NaturTalente“.

Wie baut man aus Spaghetti, einem Meter Klebeband und einer Schnur einen höchstmöglichen Turm, auf dessen Spitze auch noch ein Marshmallow sitzen soll?

Dieser Frage stellten sich Studierende beim dritten Modul der „NaturTalente“. Um den Turm ging es allerdings nur auf den ersten Blick. Das Hauptziel dieser so genannten Marshmallow-Challenge war nämlich Teamwork.

Das und vieles mehr lernten Studierende der MINT-Fächer der Universität Wien vergangene Woche im Zuge des vierten Moduls der „NaturTalente“. Sie studieren Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik und wollen mehr als nur Fachwissen - sie wollen auch an ihren sozialen und kommunikativen Stärken arbeiten.

Die Studierenden von sechs Fakultäten wurden speziell für das Kompetenzprogramm ausgewählt. Das dritte von insgesamt sechs von Uniport organisierten Modulen fand in den Räumen von Roche statt. Der Pharmakonzern ist Kooperationspartner der Veranstaltungsserie.

„Die Zusammenarbeit in einem Team besteht zu 20 Prozent aus expliziten und zu 80 Prozent aus impliziten Normen“, sagte Trainer Clemens Bürbaum. 80 Prozent der Regeln werden also erst gar nicht offen kommuniziert, sondern vorausgesetzt. Das könne ein Team vor Herausforderungen stellen. „Steigt eine Fußballmannschaft ab, wird der Trainer gefeuert – auch in Teams können die Rollen neu verteilt werden“, riet Bürbaum. Das steigere die Motivation. Außerdem dürfe das gemeinsame Ziel nie aus den Augen verloren werden.

Diese Tipps bekamen die Studierenden mit auf den Weg:

  • Nein-Sagern und „Suderanten“ darf im Team nicht zu viel Aufmerksamkeit geschenkt werden, weil dadurch das Vorankommen gehindert wird.
  • Da die Risikobereitschaft in Gruppen höher ist, muss zu Beginn der Arbeit jemand bestimmt werden, der die Verantwortung übernimmt.
  • Um Aufgabenverteilung gerecht zu gestalten, braucht es eine genaue Protokollierung.
  • Wird eine Aufgabe gut erledigt, soll das Team diese Leistung würdigen. Läuft etwas schief, muss hinterfragt werden, ob eine Person unmotiviert ist, beispielsweise weil ihr Kompetenzen fehlen.
  • Der Chef spricht zuletzt: Schon in der Schifffahrt kamen der Schiffsjunge als erster und der Kapitän als letzter zu Wort. Dadurch wird verhindert, dass Meinungen aus Angst vor den Ranghöheren beeinflusst werden.

Am Ende des Nachmittages stand übrigens nur ein Spaghetti-Turm aufrecht. Gewonnen hatte das Team, das von Anfang an nicht allzu hoch hinaus wollte.

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