So professionell arbeiten NPOs

30.12.2016 | 15:47 |  Von Ronald Posch (Die Presse)

WU-Studenten nehmen Non-Profit-Organisationen unter die Lupe und schalgen eine Brücke zwischen Profit und Non-Profit.

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Es ist nicht das Geld, das die Non-Profit-Organisationen (NPO) antreibt. Es ist ihre Mission. Dennoch wenden professionelle NPO die gleichen betriebswissenschaftlichen Methoden wie Profit-Organisationen an.

Nicht nur für Studierende sind NPOs interessante Studienobjekte. Gerhard Geissler, Senior Lecturer am Institut für Wirtschaftspädagogik der WU Wien, und Gabriele André, die am International Business College Hetzendorf unterrichtet, nehmen an der WU in einer Lehrveranstaltung NPOs unter die Lupe.

In dieser Lehrveranstaltung stellten die Studierenden mit ihrem Wissen die Brücke zwischen Non-Profit- und Profit-Organisationen her.

  • In  den Projektarbeiten entwickelten sie etwa ein Zukunftskonzept für den österreichischen Zweig des Frauennetzwerks „Business & Professional Women“ (www.bpw.at). Das 1919 in den USA gegründete Netzwerk fördert Frauen weltweit. Die langfristigen Ziele sind die Gleichstellung der Frauen in allen Belangen. Von der gleichen Bezahlung bei gleicher Arbeit, über  die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, bis hin zur Stärkung der eigenen Selbstwahrnehmung der Frauen, muss aber noch viel getan werden. Um diese Ziele zu erreichen, entwarfen die Studenten einen Maßnahmenkatalog für die Österreichischen BPW. Es müsse die öffentliche Aufmerksamkeit gesteigert werden,denn nur durch eine erhöhte Medienpräsenz könne auf die Anliegen dieser NPO aufmerksam gemacht werden.

  • Ein weiteres Projekt evaluierte das „Service Learning“ der Social City Wien (www.socialcity.at).  Diese NPO will in allen Unterrichtsfächern neue Lernmethoden einbringen. Dazu benötigt sie freiwillige, engagierte und gut ausgebildete Lehrkräfte  mit unterschiedlichen Bildungshintergründen. Die Studenten der WU wendeten ihr wirtschaftliches Wissen praktisch an und wurden zu „Lernbudies“ von Schülern mit Nachhilfebedarf. Sie gestalteten aber auch ein Freizeitprogramm, um Jugendliche den ganzen Nachmittag angemessen zu betreuen.
  • Wer eine pädagogische Ausbildung hat und eine Kindergruppe gründen will, dem steht nach dieser Lehrveranstaltung eine Gründungsbroschüre zur Verfügung. Darin beschreiben die Studenten die Pflichten und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen. Zudem erarbeiteten sie einen Finanzierungsplan für eine Kinderbetreuungseinrichtung mit bis zu 14 Kindern. Darauf aufbauend gründet eine Studentin der Projektgruppe nun einen Hort für Kinder im 22. Wiener Gemeindebezirk.
  • Wie man Schulden vermeidet, weiß nicht nur die Schuldnerberatung (www.schuldnerberatung-wien.at), sondern auch die Studierendengruppe, die sich mit der gemeinnützigen Organisation beschäftigte. Sie halfen in der Organisation mit und berieten verschuldete Menschen. Da aber immer mehr Menschen in Österreich nachweislich in Geldnot geraten, kamen die Studierenden zum Schluss, dass das Mitarbeiterkontingent erhöht werden sollte. Daher erarbeiteten sie ein Anforderungsprofil für freiwillige Mitarbeiter. Das bestehende Team kann mit diesem Anforderungsprofil nun Anzeigen schalten.
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