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Steht die Karriere in den Sternen?

Steht die Karriere in den Sternen?

27.12.2014 | 09:00 |  Johanna Zugmann (Die Presse)

Astrologie. Als zusätzliche Risikominimierung suchen auch gestandene Unternehmer und Manager vor weitreichenden Entscheidungen Rat bei Experten in Sachen Makrokosmos. Von Johanna Zugmann

Was können Zeit und Ort der Geburt über den späteren Werdegang von Menschen aussagen? Die Münchener Astrologin Sonja Schön, Gründerin der Plattform Astrojobs, sagt: „Das Horoskop ist die Formel, die dem Leben zugrunde liegt. Sie kann in kürzester Zeit Auskünfte über Fähigkeiten und Grenzen einer Person geben.“

Ein Potenzial, das Schöns Kunden auch als zusätzliche Entscheidungshilfe bei der Personalauswahl nutzen. „Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital und auch das Aushängeschild unserer Firma. Deshalb achten wir bei der Auswahl auch darauf, dass sie sich gut ins Team einfügen. Schließlich wollen wir ein optimales Ergebnis erzielen und ein Arbeitsklima erhalten, in dem sich alle wohl- und respektiert fühlen“, erläutert etwa Heini Lietz, Österreichs größter Mazda-Händler.

Recruiting nach Sternbild
Der Wohlfühlfaktor nach Tierkreiszeichen geht zurück auf den griechischen Philosophen Empedokles aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Er hat bereits damals festgestellt, dass alles, was auf der Welt existiert, entweder aus Feuer, Wasser, Erde oder Luft bestehe.

„Tierkreiszeichen, die demselben Element angehören, verstehen sich prächtig miteinander, weil sie die gleiche Energie und dieselben Wertvorstellungen haben“, konstatiert Schön. „Deshalb kombiniert man im Team-Staffing am liebsten Tierkreiszeichen miteinander, die entweder demselben Element angehören oder sich elementenmäßig ergänzen, wie zum Beispiel Wasser und Erde oder Feuer und Luft.“

Wasser und Luft oder aber Feuer und Erde wirkten im Gegensatz dazu geradezu kontraproduktiv aufeinander, sagt die Astrologin.

Peter Sechehaye, der 1990 die PR-Agentur Public Re(ve)lations für nationale und internationale Marken aus den Bereichen Beauty, Mode, Lifestyle, Gesundheit und Medizin gegründet hat, holt sich ebenso wie Lietz seit einiger Zeit astrologischen Rat, bevor er neue Zweigstellen eröffnet und Verträge abschließt. Der Unternehmer, der Büros in Berlin und München unterhält, sagt: „Jeder Vertragsabschluss ist wie eine Geburt, ein Anfang von etwas, wofür die Zeit reif sein muss.“

Wie oben, so unten
„Weitreichende Entscheidungen erfordern eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Die Astrologie misst Zeitqualität“, sagt Schön, die in solchen Fällen sowohl das Horoskop des Unternehmens als auch das Horoskop des Firmeninhabers beziehungsweise des Geschäftsführers interpretiert.

Denn hinter der Astrologie, die rund 5000 Jahre alt ist, stecke nicht ein naturwissenschaftliches Weltbild, sondern ein magisches.

Es werde von dem berühmten Grundsatz des Hermes Trismegistos „Wie oben, so unten“ abgeleitet, wonach der Mikrokosmos, die Erde, das Abbild des Makrokosmos sei – also ein Abbild des Himmels. Alles, was sich auf der Erde ereignet, habe seine Entsprechung am Himmel.

„Die Planeten“, sagt Schön, „haben keine kausale Wirkung auf uns Menschen, sondern dienen nur als Anzeiger irdischer Ereignisse.“ Sie seien eine Art Messinstrument, ähnlich einem Thermometer, das die Temperatur, oder einer Uhr, die die Zeit nicht beeinflusst, sondern nur anzeigt.

Als Ausrede für berufliches Versagen taugen die Sterne jedenfalls kaum, denn der Mensch sei den kosmischen Kräften, seinem Erbgut, seiner Erziehung oder anderen Faktoren wie der Sozialisation nicht ausgeliefert. Er verfügt über einen freien Willen, mit dem er aus dem vorhandenen vielfältigen Potenzial sein eigenes Schicksal gestalte. Und Schön zitiert Goethe: „Wir sind geprägte Form, die lebend sich entwickelt.“

Zur Person

Sonja Schön studierte Jus in Genf und Heidelberg und ist Absolventin der Deutschen Journalismusschule. Astrologie erlernte sie unter anderem bei Rüdiger Dahlke. Seit 2003 ist die 49-Jährige als Astrologin in Deutschland und Österreich tätig.
Fabry

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